Blaetter_farbigDie folgenden Versuche, bei denen die Farben auseinandergenommen werden, nennt man Chromatografie.

Wie wir wissen, nehmen die Pflanzen mit den Wurzeln das Wasser aus der Erde auf und das Kohlendioxyd aus der Luft. Mit Hilfe des Sonnenlichts verwandeln sie das Wasser und den Kohlenstoff in Glukose (= Nahrung für die Pflanze). Diesen Vorgang nennt man Photosynthese; sie geschieht dank einer chemischen Substanz, die man Chlorophyll nennt. Und dieses Chlorophyll ist es auch, das den Blättern ihre grüne Farbe gibt.

Während des Winters steht der Pflanze weniger Sonnenlicht und weniger Wasser zur Verfügung, deshalb sind die Bäume weniger aktiv, das Chlorophyll entschwindet aus den Blättern und wir sehen, wie die gelben und orangen Farben zum Vorschein kommen. Kleine Mengen dieser Farben waren schon immer in den Blättern vorhanden, auch als sie grün aussahen. Doch wir konnten sie nicht sehen, weil sie vom Grün des Chlorophylls verdeckt waren. Im Herbst wird von diesen Farben mehr produziert, weil die Farben Rot, Orange-Gelb und Braun kein Licht brauchen, um sich zu bilden.

Kurz: Im Herbst sehen wir die Blätter gelb, braun und orange, weil das Chlorophyll, das alle anderen Farben zugedeckt hatte, abnimmt.

Chromatografische Versuche helfen uns, bei einer Farbe, die uns als alleinige vorkommt, die dahinter versteckten Farben auszumachen. Bevor wir die Versuche mit den Blättern angehen, schauen wir uns in diesem Kurzvideo das Vorgehen mit einem gewöhnlichen Schreibstift an.



Chromatografie mit einem Spinatblatt

VorgehenBlattgruen_Spinat

  • Wir legen ein Spinatblatt auf ein Löschblatt (sehr saugfähiges Papier) und fahren mit dem Rand einer Münze mit etwas Druck darüber, so dass auf dem Löschblatt (etwa 2 cm vom Rand entfernt) eine grüne Linie entsteht. Das Ganze wird wiederholt, damit die Linie wirklich intensiv grün wird.
  • In ein durchsichtiges Glas geben wir einige Milliliter Alkohol.
  • Wir halten den Löschpapierstreifen mit der grünen Linie nach unten, bis sein Rand den Alkohol berührt und befestigen den Streifen mit einer Klammer. Dabei passen wir auf, dass die grüne Linie nicht direkt mit dem Alkohol in Berührung kommt.
  • Wir warten einige Minuten, bis der Alkohol dem Löschblatt entlang fast bis zum Glasrand hochgestiegen ist und lassen den Streifen danach auf einem Heizkörper trocknen.
  • Der Alkohol steigt am Streifen hoch, verschiebt die gefärbte Linie nach oben und trennt sie gleichzeitig in verschiedene Farben, nämlich Braun, Olivgrün, Grün und Gelb (manchmal kann man sogar etwas Orange sehen).

Hintergrundwissen
Der Alkohol steigt durch den Kapillareffekt auf dem Löschpapier hoch. Die grüne Farbe der Blätter in der Natur entsteht aus einer Mischung verschiedener Farben, die aus verschiedenen Substanzen bestehen. Wie die Mitglieder einer Familie hat jede Substanz ihre Sympathien und ihre Antipathien. Einige Substanzen ziehen es vor, sich ans Blatt zu klammern und lassen sich nicht vom Alkohol anziehen, andere lassen sich leichter vom Alkohol auflösen und wegführen. Und genau dies unterschiedlichen Vorlieben bewirken die Trennung der Farben.

 

Chromatografie mit grünen und farbigen Herbstblättern

Wir benötigen

  • zwei bis drei grüne Blätter, drei bis vier Blätter, die ihre Farbe schon gewechselt haben
  • durchsichtige Einmachgläser mit Deckel (je eines für jedes Blatt)
  • Alkohol
  • Löschblatt
  • ein Tablett
  • warmes Wasser
  • Klebeband, Messer, Löffel, Mörser, Timer

VorgehenBlattgruen_Farben

  • Wir sammeln zwei bis drei grosse Blätter von verschiedenen Baumarten, schneiden sie in sehr kleine Stückchen und geben sie in die verschiedenen Gläser, die wir mit dem Namen oder dem Standort des Baumes angeschrieben haben.
  • In jedes Glas füllen wir etwas Alkohol, bis die kleinen Blattteilchen vollkommen zugedeckt sind. Wir zerkleinern sie noch einmal mit einem Messer, einem Löffel oder einem Mörser, bis ein richtiger Brei daraus entsteht.
  • Wir verschliessen die Gläser und legen sie auf das Tablett, das wir mit etwa einem Zentimeter warmem Hahnenwasser gefüllt haben.
  • Jetzt warten wir mindestens eine halbe Stunde, bis der Alkohol sich schön gefärbt hat (je dunkler, umso besser). Während dieser Zeit wechseln wir laufend das Wasser aus, wenn es abkaltet und schütteln hin und wieder die Gläser.
  • Wir schneiden einen dünnen Löschpapierstreifen für jedes Glas und beschriften ihn. Dann entnehmen wir die Gläser dem warmen Wasser, öffnen sie und halten den Papierstreifen hinein, so dass das eine Ende ganz vom Alkohol bedeckt ist. Das andere Ende falten wir am Glasrand und befestigen es mit Klebeband.
  • Der Alkohol wird dem Streifen entlang wandern und die Farben mitnehmen. Nach einigen Stunden haben die Farben unterschiedliche Distanzen zurückgelegt und der Alkohol ist verdampft. Jetzt sollte es möglich sein, verschiedene Grüntöne und evtl. etwas Gelb, Orange oder Rot zu entdecken - je nach Art des Blattes.

 

Quellen/Bilder
lapappadolce.net  
scienza a scuola  
parentsconnect.com

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    Zusätzlich als schwierigere Variante gibt es ein Domino mit kurzem Text zum Kostüm, wo dessen Bezeichnung in Geheimschrift vorhanden ist und entweder orthografisch richtig eingetragen werden muss oder einfach nur als Hilfsmittel zum besseren Merken genutzt werden kann.

    Eine weitere Variante sind die Bild-Lesekarten, wo zum anspruchsvolleren Text das entsprechende Bild des Kostüms gefunden werden muss.

    Download: Faschingskostüme Domino
    Download: Faschingskostüm Domino-Textkarten
    Download: F asching Bild-Lesekarten

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    Bei diesem Mathespiel wird schnelles Addieren und Subtrahieren geübt, bzw. Ergänzen und Vermindern.
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    Das Ziel des Spiels ist es, als Erster die Zahl des Gegners nennen zu können.
    Zwei Kinder stehen Rücken an Rücken seitwärts vor der Wandtafel. Sie schreiben ihre Zahl so an die Tafel, dass das andere Kind sie nicht sehen kann, da es in die andere Richtung schaut. Das dritte Kind - der Rechner - ruft die Summe der beiden Zahlen. Die beiden Kinder können jetzt blitzschnell die Zahl des Gegners daraus errechnen. Wer sie zuerst nennt, gewinnt die Runde. Der "Verlierer" wählt einen neuen Mitspieler, der Rücken an Rücken mit ihm an der Wandtafel die nächste Zahl rechnet.

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    Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust


      Bild: Otto Wagner Spital, Mahnmal für die Opfer vom Spiegelgrund 
              Ewald Judt, Lizenz CC-BY4.0

    Mit der UNO-Resolution 60/7, die am 1. November 2005 verabschiedet wurde, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27. Jänner zum Internationalen
    Holocaust-Gedenktag (Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz) erklärt. Dabei bezog sie sich auf die Erklärung der Menschenrechte und die Gründung der UNO in Reaktion auf den Zweiten Weltkrieg. Sie fordert alle UNO-Mitgliedsstaaten auf, auf nationaler Ebene Vermittlungsprogramme zu entwickeln, welche die „Lessons of the Holocaust“ behandeln, um zukünftige Genozide zu verhindern. Darüber hinaus verurteilte sie alle Formen religiöser Intoleranz, Verhetzung, Belästigung und Gewalt aus ethnischen oder religiösen Gründen.

    „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen;
    ich war ja kein Kommunist.
    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen;
    ich war ja kein Sozialdemokrat.
    Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen,
    ich war ja kein Gewerkschafter.
    Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.”  (Martin Niemöller, 1892 - 1984, evang. Theologe)

    Trotz dieser aktuellen Bemühungen, die Verbrechen des Nationalsozialismus aufzuarbeiten und Themen wie Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu behandeln und zu reflektieren, existieren Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung auch heute noch nach wie vor in unserer Gesellschaft. Tatsächlich zeigt ein Forschungsbericht im Auftrag der EU, dass Antisemitismus in Europa wieder stärker verbreitet ist (vgl. Europäische Kommission 2021; vgl. European Union Agency for fundamental Rights). Ergebnisse wie diese zeigen auf, dass diese Themen nach wie vor hochaktuell sind und im Rahmen historischer-politischer Bildung behandelt werden müssen. Holocaust-Gedenktage bieten eine Gelegenheit, sich schulisch und außerschulisch mit den Verbrechen des Nationalsozialismus und Antisemitismus in der heutigen Zeit auseinanderzusetzen.

    „Es geht nicht um Erinnerung, es geht um das Bewusstsein einer Gefährdung, von der man weiß, seit man von ihr weiß. Seit man weiß, dass es eine Illusion war, zu meinen, der Zivilisationsprozess sei unumkehrbar, von der man also weiß, dass sie immer aktuell bleiben wird. Und es geht um etwas, das ich eine bis in die anthropologische Substanz gehende Scham nennen möchte. Eine Scham, die, abgelöst von der Schuldfrage, jeden ergreift, der sich ergreifen lässt.“  (Jan Philipp Reemtsma, deutscher Literatur- und Sozialwissenschaftler)

    Dazu gibt es das Heft Holocaust bei den Lehrmittelperlen:

     

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