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Gimpel 00 Titelbild

 

Weltweit gibt es rund 150 Finkenarten, in der Schweiz brüten 12 Finkenarten, der Gimpel ist eine davon. Die englische Bezeichnung für den Gimpel ist „bullfinch“ – bulliger Fink. In der Tat hat der Gimpel einen kompakten und kräftigen Körperbau und einen kurzen Hals, den sogenannten „Stiernacken“. Ein weiteres Merkmal unserer einheimischen Finken sind der kräftige, in der Regel kegelförmig zugespitzte Schnabel und der meist eingekerbte Schwanz. Der Schnabel des Gimpels ist kurz und kräftig mit scharfen Schneidekanten, ein ideales Instrument, um Knospen abzuzwicken.

Das Männchen (Bild links) hat eine schwarze Kopfplatte, eine rote Brust und einen grauen Rücken. Sein Schwanz ist schwarz, ein besonderes Merkmal ist der weisse Bürzel – die Gefiederpartie im Bereich Hinterrücken/Oberseite Schwanzwurzel. Das Weibchen  ist farblich weniger leuchtend als das Männchen, seine Körperunterseite ist rötlichgrau (Bild rechts).

Gimpel 01 Männchen Gimpel 02 Weibchen

Die Herkunft des deutschen Namens ist nicht einfach zu erklären. Ein Gimpel ist jemand, der auffällig ist und aus der Reihe tanzt. Wahrscheinlich hat dies mit der auffällig roten Färbung des Männchens zu tun. Etwas logischer ist der „Zweitname“ Dompfaff. Dieser Name bezieht sich auf die roten Talare (Umhänge) früherer Domherren. Die etwas abfällige Bezeichnung „Pfaff“ ist wahrscheinlich eine Anspielung auf die korpulente Gestalt, sowohl vieler früherer Domherren wie des Vogels. Am einfachsten erklärt sich der wissenschaftliche Name: Pyrrhula leitet sich aus dem griechischen Wort für „feuerrrot“ ab.

Gimpel sind meist nicht leicht zu entdecken. Die Vögel halten sich bevorzugt in dichten Sträuchern und Büschen auf. Sie leben vor allem in Nadel- und Mischwäldern. Hier findet man sie zum Beispiel an Wald- und Wegrändern und auf Lichtungen. Auch die Nähe zum Menschen scheuen Gimpel nicht. Daher trifft man sie auch in Parks, Gärten und manchmal auch auf Friedhöfen. Um den Vogel trotz seiner Tarnung im dichten Gebüsch zu lokalisieren, ist es hilfreich, wenn man seinen arttypischen Ruf kennt, ein wehmütig-flötendes „Djü“.

Gimpel 08

Gimpel besiedeln Europa, Vorderasien, Ostasien einschliesslich Kamtschatka und Japan sowie Sibirien. Man findet sie im Tiefland als auch in Bergwäldern. Sie benötigen einen hohen Nadelholzanteil, besonders beliebt sind Fichten. In der Schweiz hat der Bestand in tieferen Lagen (unterhalb 1000 m) abgenommen, man begegnet ihnen deshalb häufiger in den Bergen.

Nahrung

Der Gimpel ist ein Samen- und Körnerfresser. Zudem liebt er Beeren und Früchte, aus denen er die Samen herausschält. Auch feine Kräutersamen nehmen Gimpel gerne an. Eine Besonderheit des Gimpels ist, dass er auch Knospen von Bäumen frisst: Blatt- und Blütenknospen. Dies beobachtet man vor allem im Frühjahr, wenn die Knospen kurz davor sind aufzugehen. Dann sieht man ihn in Obststreuwiesen zum Beispiel an Birnbäumen. Auch Weidenkätzchen stehen dann auf seinem Speisezettel. Trotz seiner Grösse kann sich der Gimpel bei der Nahrungssuche auf Bäumen gewandt bewegen und kopfüber hängen oder sich zur Seite neigen.

Gimpel 03 sammelt Ahornsamen

Wenn im Frühjahr der Löwenzahn verblüht ist, macht sich der Gimpel gerne über seine Samen her. Die Stängel des Löwenzahns sind oft sehr lang, deshalb kommt eine besondere Technik zum Einsatz: Der Gimpel springt auf den Samenkörper, der Stängel knickt ein und der Vogel kann die Samen fressen. Eine andere Methode ist ein Biss in den Stängel, der dann ebenfalls knickt, so kommt er leicht an die Samen heran.

Gimpel 04 verbluehter Loewenzahn

Brutgeschäft

Ihr Nest bauen die Vögel vorzugsweise im Wald gut versteckt nahe am Stamm von Jungfichten. Dabei profitieren sie von Fichten-Aufforstungen. Das Gimpelgelege umfasst meist drei bis fünf Eier, die Bebrütungszeit dauert 13 bis 15 Tage. Die Nestlinge werden von den Eltern mit Insekten, zum Beispiel Raupen, Ameisen oder Blattläusen, gefüttert. Auch kleine Gehäuseschnecken stehen auf dem Speiseplan. Nach rund 16 bis 18 Tagen fliegen die Jungvögel aus, danach werden sie aber noch mehr als zwei Wochen von den Vogeleltern betreut und geführt. Oft finden zwei Jahresbruten statt.

In der Schweiz sind Gimpel Stand- und Strichvögel. Als Standvogel verweilt der Gimpel ganzjährig bei uns, er zieht also nicht. Im Gegensatz dazu verlassen Strichvögel vor allem im Winter ihr Brutgebiet, unternehmen aber keine Wanderungen in den Süden, sondern bleiben in denselben Breiten. Bei winterlicher Kälte wechseln sie oft den „Landstrich“. Dann erscheinen sie manchmal sogar paarweise oder in kleineren Trupps in Gärten und am Futterbrett.

Gimpel 05 Futterplatz

 

Gimpel TDie ausführliche Dokumentation zum heutigen Vogel des Monats für den Unterricht finden Sie hier:  archive Gimpel. (862 KB)

Ich danke Edith und Beni Herzog herzlich für die interessanten Informationen und die wunderbaren Fotos sowie die Audio-Aufnahmen. Auf ihrer Webseite benifotos.ch sind die Bilder grösser und noch prächtiger zu sehen.

Zielgruppe: 4.- 6. Klasse
Bezug Lehrplan 21: NMG 2.1 NMG 2.3 NMG 2.4 NMG.2.

 

 

 

Vogelzug Herbst 01 Titelbild Ringeltaubenschwarm

Zugvögel legen jedes Jahr sowohl im Herbst wie im Frühling grosse Distanzen zurück, um von ihren Brutgebieten in die Überwinterungsgebiete zu gelangen resp. umgekehrt. Aus aktuellem Grund wird hier hauptsächlich der Herbstzug behandelt.

Der Vogelzug hat die Menschen schon immer fasziniert und in Staunen versetzt. In früherer Zeit hatte man jedoch keine Ahnung, wohin die Vögel im Winter „verschwinden“. Noch im 18. Jahrhundert glaubte man, dass Vögel auf dem Grund von Gewässern überwintern und dass Schwalben im Sumpf „untertauchen“. Vom Kuckuck mit seinem sperberähnlichen Kleid glaubte man, dass er sich im Herbst ganz einfach in einen Sperber verwandelt. Ein weiterer Volksglaube war, dass Vögel den Winter auf dem Mond verbringen, da man durch das Fernrohr bei Nacht ziehende Vögel vor dem Vollmond sehen konnte.

Erst in den letzten 150 Jahren wurde der Vogelzug wissenschaftlich untersucht, um das Phänomen erklären und verstehen zu können. Zuerst mit Hilfe der Beringung, später mittels Besenderung von Vögeln, konnten immer genauere Erkenntnisse über die Zugwege und die Überwinterungsgebiete der verschiedenen Vogelarten gewonnen werden. Auch die Radarüberwachung hilft dabei mit und man nutzt sie auch, um Kollisionen von grossen Vogelschwärmen mit Flugzeugen zu vermeiden. Doch auch ohne den wissenschaftlichen Hintergrund ist die Beobachtung von Zugvögeln, beispielsweise von grossen Taubenschwärmen (Bild links), Kranichzügen (Bild rechts) oder speziellen Greifvögeln ein faszinierendes Erlebnis.

 Vogelzug Herbst 02 Ringeltauben Vogelzug Herbst 03 Kraniche

Während des Frühlingszugs ziehen die Vögel von den Überwinterungsgebieten, die beispielsweise in Afrika oder Südeuropa liegen, zurück in ihre weiter nördlich gelegenen Brutgebiete, also in ihre eigentliche Heimat. Er wird daher auch als „Heimzug“ bezeichnet. Die Zugrichtung ist vorwiegend von Süden nach Norden.
Während des Herbstzugs ziehen die Vögel wieder weg von ihren Brutgebieten in den Süden, daher bezeichnet man dies auch als „Wegzug“. Die Zugrichtung ist dann meistens von Norden nach Süden, es gibt aber auch Ausnahmen: So fliegen beispielsweise Mönchsgrasmücken, die in Westeuropa brüten, im Herbst Richtung Nordwesten und überwintern auf den Britischen Inseln, wo in der Regel mildere Winter herrschen. In den meisten Fällen wählen die Vögel während des Frühlings- und Herbstzugs die gleiche Zugroute.

Zugverhalten

Nicht alle Vogelarten sind Zugvögel. Viele bleiben das ganze Jahr in ihren Brutgebieten, diese bezeichnet man als „Standvögel“. Dann gibt es die sogenannten „Strichvögel“, die nur unregelmässig wegziehen, meist wenn der Winter besonders hart ist und sie dann keine Nahrung mehr finden. Dieses Verhalten wird oft auch als Winterflucht bezeichnet. Wenn beispielsweise im Winter durch Temperaturstürze plötzlich Seen zufrieren oder Landwirtschaftsflächen, auf denen Vögel normalerweise Würmer finden, steinhart gefrieren, weichen die betroffenen Vögel kurzzeitig nach Süden aus, wo sie wieder angenehmere Temperaturen und bessere Nahrungsverhältnisse finden. Es gibt auch die Kategorie der „Vertikalzieher“. Das sind Vogelarten, die im Sommer im Gebirge oder in höheren Lagen brüten und zum Überwintern ins Flachland ziehen. Zu diesen gehören etwa die Bergpieper (Bild links) und die Erlenzeisige (Bild rechts).

Vogelzug Herbst 04 Bergpieper  Vogelzug Herbst 05 Erlenzeisig

Bei den eigentlichen Zugvögeln unterscheidet man zwischen Kurz- und Langstreckenziehern. Von den in Mitteleuropa, also beispielsweise in Deutschland, Österreich oder der Schweiz brütenden Vögeln, fliegen die Kurzstreckenzieher nur bis Südeuropa oder Nordafrika, die Langstreckenzieher hingegen ziehen über die Sahara ins zentrale oder südliche Afrika.
Viele Arten wie etwa Enten, Seetaucher oder Bergfinken, die im hohen Norden brüten, verbringen den Winter bei uns in Mitteleuropa. Für sie sind wir sozusagen „der Süden“. Das gilt auch für einige Singvögel wie Amseln und Rotkehlchen: Während unsere Brutvögel in den Süden ziehen, überwintern bei uns ihre Artgenossen aus dem hohen Norden.
Warum ziehen eigentlich bestimmte Vögel im Winter in den Süden? Der Grund ist nicht, dass es ihnen zu kalt ist und sie zu sehr frieren, sondern es ist das Fehlen von Nahrung. Samenfresser und Fischjäger finden auch im Winter in der Regel genügend Nahrung, während dies bei reinen Insektenfressern nicht der Fall ist. Der Auslöser für den Zug liegt in den Genen, die Vögel erfasst die sogenannte „Zugunruhe“. Entscheidend dabei ist das abnehmende Tageslicht.

Zugzeiten

Was wir gemeinhin als Herbstzug bezeichnen, beginnt bereits im Sommer und dauert bis in die Winterzeit hinein, denn die verschiedenen Vogelarten machen sich zu ganz unterschiedlichen Zeiten auf den Weg nach Süden. Zu den frühesten gehören einige Limikolenarten, auch Watvögel genannt (Bild unten: Alpenstrandläufer rasten an einem Strand an der Ostsee), die bereits Ende Juli auf dem Zug beobachtet werden können.

Vogelzug Herbst 06 Alpenstrandlaeufer

In diesem Jahr waren die Bedingungen für die Limikolen besonders gut. Da es im Juli in weiten Teilen Europas zu Überschwemmungen kam, stand das Wasser noch bis weit in den August auf den Feldern entlang von Flüssen und an Seeufern. Diese Situation nutzten die Limikolen, um in diesen temporären Feuchtgebieten längere Zwischenhalte einzulegen und ihre Fettreserven aufzufüllen. Bild: Rastende Vögel auf einem überschwemmten Feld bei Maschwanden (Kanton Zürich).

Vogelzug Herbst 07 Rastende Zugvoegel

Ab ca. Mitte August bis Ende Oktober ist die Zugzeit der Greifvögel. Jede Art hat dabei ihr ganz bestimmtes Zeitfenster, zu den ersten gehören die Wespenbussarde (Bild unten). Bei ihnen ziehen die Altvögel meist sehr früh weg, während die Jungvögel später nachfolgen.

Vogelzug Herbst 08 Wespenbussard

Dieses Muster kann man auch bei anderen Vogelarten (z.B. Störche, Neuntöter, Kuckuck) beobachten, da sich die Jungvögel noch etwas Fett anfressen müssen, um die lange Reise durchzustehen. Die meisten Singvögel wie etwa Stare, Buchfinken, Schwalben und Lerchen fliegen zwischen Mitte September bis Ende Oktober weg. Mit ihnen ziehen meist auch grosse Schwärme von Ringeltauben, die an manchen Tagen zu Tausenden unterwegs sind.

Im November, manchmal schon etwas früher, ziehen grosse Mengen von Kranichen. Sie folgen meist bestimmten Routen und sind nicht überall zu beobachten.

Vogelzug Herbst 09 Goldregenpfeifer

Als Letzte sind erst Anfang Dezember die Goldregenpfeifer – ebenfalls eine Limikolenart (Bild oben) – auf dem Zug in den Süden.

 

Vogelzug Herbst TDie ausführliche Dokumentation, die auch Informationen über Beobachtungsorte, Zugrouten sowie Höhen- und Distanzrekorde enthält, finden Sie hier:   archive Vogelzug im Herbst (1.45 MB)

Ich danke Edith und Beni Herzog herzlich für die interessanten Informationen und die wunderbaren Fotos. Auf ihrer Webseite benifotos.ch sind die Bilder grösser und noch prächtiger zu sehen.

Zielgruppe: 4.- 6. Klasse
Bezug Lehrplan 21: NMG 2.1  D.2.B.1

 

 

Austernfischer 00 Titelbild

Vogelbeobachtung auf der Insel Helgoland im Herbst. Unter den meist bräunlich-grauen Watvögeln fällt ein schwarz-weisser Vogel mit einem leuchtend roten Schnabel auf. Der Austernfischer ist auf Helgoland sehr häufig anzutreffen, denn seine grösste Verbreitung in Europa hat er im Wattenmeer und dem küstennahen Binnenland der Nordsee, wo er auch die scherzhafte Bezeichnung „Halligstorch“ trägt. Mit etwas Fantasie gleicht er nämlich dem Schwarzstorch (s. Bild).

Austernfischer 02 Schwarzstorch

In der Schweiz tritt der Austernfischer als seltener Durchzügler an grösseren Seen auf. Auch am Klingnauer Stausee (AG) erscheint er in der Zugzeit ab und zu kurzzeitig in kleineren Trupps oder als Einzelvogel. Dieses Ereignis verbreitet sich jeweils schnell unter den Vogelbeobachtern und nicht wenige „pilgern“ dann dorthin, um den Anblick dieses besonderen Vogels zu geniessen. (Bild: Der Austernfischer am Klingnauer Stausee wird von Möwen kritisch beobachtet)

Austernfischer 03 KlingnauserStausee Moewen

Der Austernfischer ist also ein charakteristischer Vogel der Nordseeküste, die Rast- und Brutbestände konzentrieren sich vor allem auf das deutsche und niederländische Wattenmeer. Die Verbreitung reicht in Europa bis nach Island und Nordnorwegen, kleinere Brutpopulationen findet man auch am Mittelmeer.

Austernfischer 06 Flug Fluegelstreifen

Austernfischer kann man praktisch nicht mit andern Vögeln verwechseln, das schwarzweisse Gefieder bildet einen auffälligen Kontrast zu den rötlichen Beinen und dem knallroten Schnabel. Besondere Merkmale sind auch das rote Auge und der weisse Flügelstreif im Flug.

Teichhuhn 00 Titelbild

In einem Naturschutzgebiet am Zusammenfluss von Limmat und Aare im Kanton Aargau gibt es ein Amphibiengewässer, das auch als Rückzugs- und Brutplatz von Wasservögeln benutzt wird. Die Wasserfläche ist gesäumt von einem Gürtel aus Weidenbüschen, Schilf, Seggen und anderen wasserliebenden Pflanzen. Aus der dichten Vegetation dringen leise piepsende Laute. Es sind die Kontaktrufe von Teichhuhn-Küken.

Insgesamt sechs der kleinen schwarzen Daunenbällchen mit den auffällig farbigen Köpfen werden von zwei Altvögeln – ihren Eltern – behütet. Die Kleinen sind erst vor wenigen Tagen aus dem Ei geschlüpft, doch als echte Nestflüchter sind sie bereits sehr aktiv. Manchmal schwimmen sie hinter den Eltern her und betteln sie um Futter an, das sie von ihrem Schnabel picken.

Teichhuhn 01 mit Kueken

Teichhuhn 02 fuettert Kueken

Teichhuhn 03 Kueken schwimmt

Manchmal suchen die Küken am Teichrand bereits selbstständig nach etwas Fressbarem. Dazwischen schwimmt eines mutig allein mitten über die Wasseroberfläche, um eine neue Ecke des Teiches, ihres Lebensraumes, zu erkunden. Mit ihren piepsenden Rufen bleiben die Jungen dabei stets in Kontakt mit den Eltern.

Alpenschneehuhn 0 Titelbild

Wer im Gebirge oberhalb der Waldgrenze unterwegs ist, d.h. in Höhenlagen über 1800 Meter über Meer, kann plötzlich den eigenartig knarrenden Ruf eines Alpenschneehuhns vernehmen. Trotz intensiver Suche mit dem Fernglas wird man aber den Vogel meist nicht entdecken. Das liegt daran, dass die Alpenschneehühner zu jeder Jahreszeit ein Federkleid besitzen, das sie optimal tarnt. Hierfür mausern sie mehrmals im Jahr, d.h. sie wechseln ihr Federkleid und passen dabei die Farbe und Musterung der jeweiligen Umgebung an.

Alpenschneehuhn 01 Männchen

Im Winter sind sie, wie der Name Schneehuhn sagt, fast schneeweiss. Nur die Männchen haben eine schwarze Schwanzunterseite und über dem Auge einen roten Hautstreifen.

Alpenschneehuhn 02

Im Frühjahr wird die Oberseite bunt gesprenkelt, was für ein optisches Verschmelzen mit der inzwischen schneefreien Umgebung, also Fels und Grasflächen, sorgt.
Bild: Wikimedia Commons, Alan Schmierer

Alpenschneehuhn 03 Maennchen graugesprenkelt

Im Sommer ziehen sich die Alpenschneehühner in Gebiete oberhalb von 3000 Metern zurück, wo Fels und Geröll vorherrschen. Dann verschwinden die weissen Bereiche völlig von der Gefiederoberseite, die Schneehühner haben nun ein mehrheitlich grau gesprenkeltes Aussehen. Nur die Flügel erscheinen im Flug weiterhin weiss.

Jungvoegel 00 Kohlmeise

Wer im Spätfrühling und Sommer mit wachsamem Blick durch die Gegend streift, kann vielerorts Jungvögel beobachten, die von den fürsorglichen Vogeleltern ausserhalb des Nestes mit Futter versorgt werden. In Gärten, Hecken und auf Bäumen, aber auch auf Hausdächern oder an Strassenrändern sitzt der eben flügge gewordene Nachwuchs und wartet geduldig, bis ein Elternteil mit gefülltem Schnabel zurückkehrt. Dann entsteht kurz Hektik: Laut piepsend, mit den Flügeln flatternd und weit aufgerissenem Schnabel zeigen die Jungen, wohin die Ladung Futter gehört.

Jungvoegel 01 Hausrotschwanz
Junger Hausrotschwanz bettelt Papa um Futter an.

Wie stellen wir uns ein frisch geschlüpftes Vogelbaby vor? Viele denken vielleicht an Osterküken, die im April manchmal sogar in Supermärkten als Attraktion zur Schau gestellt werden – kleine, flauschige Federbällchen mit offenen Augen und purlimunter (= munter und vergnügt). Weit gefehlt! Alle Singvögel sowie Reiher, Greifvögel, Eulen und Spechte sind sogenannte Nesthocker und kommen nackt und blind zur Welt. Sie sind vollkommen auf ihre Eltern angewiesen. Ihre Daunen beginnen erst nach einigen Tagen zu spriessen. Die hilflosen Küken werden vom Vogelweibchen warm gehalten, indem es sich regelmässig über diese setzt, in der Fachsprache bezeichnet man diesen Vorgang als Hudern.

Jungvoegel 02 Rauchschwalben
Junge Rauchschwalben werden im Nest gefüttert.

Die Nestlingszeit – das heisst die Zeit vom Schlüpfen bis zum Flüggewerden – dauert je nach Vogelart unterschiedlich lang. Ein frisch geschlüpfter Rotmilan verbringt bis zu 55 Tage im Nest, ein Singvogel wie die Bachstelze hingegen nur rund 15 Tage.

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  • 30 Weihnachtswörter des Tages

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Nov 29, 2021 | 02:00 am

    30 Weihnachtswörter des Tages

     

    Eine schöne Tradition im Weihnachtsmonat Dezember: Wählen Sie hier täglich ein A4-Wandplakat mit dem Weihnachtswort des Tages. Sie können es je nach Gelegenheit mit Ihren Schülerinnen und Schülern ausführlich besprechen oder nur kurz streifen.

    Jedes Plakat besteht aus dem Wort, einer Definition, einem Beispielsatz und einem Bild. Zu einigen Wörtern gibt es Synonyme, unterschiedliche Bedeutungen oder auch verwandte Begriffe.

    Zum Download: Weihnachtswort des Tages

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  • Als der Nikolaus kam

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Nov 28, 2021 | 02:18 am

    Als der Nikolaus kam


    Das nächste Wintermärchen liegt zum Lesen und zum Bearbeiten bereit. Inhalt ist die bekannteste englische Weihnachtsgeschichte, die vom berühmten Weihnachtsgedicht „The Night before Christmas" stammt. Das Gedicht erschien zum ersten Mal am Vorweihnachtsabend des Jahres 1823 in einer Zeitung im Bundesstaat New York. Nicht nur in Amerika eroberte Sankt Nikolaus die Herzen der Kinder, sondern auch bei uns haben die darin festgeschriebenen Vorstellungen von Weihnachten Fuß gefasst und unser traditionelles Christkind verdrängt.
    Wie schon beim letzten Wintermärchen habe ich auch diesmal ein Rezept ohne Backen kreiert, das im Klassenzimmer zubereitet werden kann. Die süßen Ergebnisse sind bei mir bereits der Weihnachtsmaus zum Opfer gefallen.

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  • Knacknuss 563

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Nov 27, 2021 | 08:35 am

    Knacknuss 563


    Die Lösung - senden Sie bitte im Perlen-Kommentar. Für die erste richtige Lösung gibt es 10 Nüsse und für 100 Nüsse einen Preis zu gewinnen. Pro Person ist nur eine Antwort erlaubt. Viel Glück!

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  • Missverständnisse und Ungerechtigkeiten

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Nov 26, 2021 | 02:24 am

    Missverständnisse und Ungerechtigkeiten

    Da wir uns selber in erster Linie im Licht unserer Absichten sehen, die für andere unsichtbar sind, während wir die andern im Licht ihrer Taten sehen, die für uns alle sichtbar sind, ergibt sich eine Situation, in der Missverständnisse und Ungerechtigkeiten an der Tagesordnung sind.

    J. G. Bennett, 1897-1974

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  • Vogel des Monats: Gimpel

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Nov 25, 2021 | 02:25 am

    Vogel des Monats: Gimpel

    Weltweit gibt es rund 150 Finkenarten, in der Schweiz brüten 12 Finkenarten, der Gimpel ist eine davon. Die englische Bezeichnung für den Gimpel ist „bullfinch“ – bulliger Fink. In der Tat hat der Gimpel einen kompakten und kräftigen Körperbau und einen kurzen Hals, den sogenannten „Stiernacken“. Ein weiteres Merkmal unserer einheimischen Finken sind der kräftige, in der Regel kegelförmig zugespitzte Schnabel und der meist eingekerbte Schwanz. Der Schnabel des Gimpels ist kurz und kräftig mit scharfen Schneidekanten, ein ideales Instrument, um Knospen abzuzwicken.

    Das Männchen (Bild links) hat eine schwarze Kopfplatte, eine rote Brust und einen grauen Rücken. Sein Schwanz ist schwarz, ein besonderes Merkmal ist der weisse Bürzel – die Gefiederpartie im Bereich Hinterrücken/Oberseite Schwanzwurzel. Das Weibchen  ist farblich weniger leuchtend als das Männchen, seine Körperunterseite ist rötlichgrau (Bild rechts).

    Die Herkunft des deutschen Namens ist nicht einfach zu erklären. Ein Gimpel ist jemand, der auffällig ist und aus der Reihe tanzt. Wahrscheinlich hat dies mit der auffällig roten Färbung des Männchens zu tun. Etwas logischer ist der „Zweitname“ Dompfaff. Dieser Name bezieht sich auf die roten Talare (Umhänge) früherer Domherren. Die etwas abfällige Bezeichnung „Pfaff“ ist wahrscheinlich eine Anspielung auf die korpulente Gestalt, sowohl vieler früherer Domherren wie des Vogels. Am einfachsten erklärt sich der wissenschaftliche Name: Pyrrhula leitet sich aus dem griechischen Wort für „feuerrrot“ ab.

    Gimpel sind meist nicht leicht zu entdecken. Die Vögel halten sich bevorzugt in dichten Sträuchern und Büschen auf. Sie leben vor allem in Nadel- und Mischwäldern. Hier findet man sie zum Beispiel an Wald- und Wegrändern und auf Lichtungen. Auch die Nähe zum Menschen scheuen Gimpel nicht. Daher trifft man sie auch in Parks, Gärten und manchmal auch auf Friedhöfen. Um den Vogel trotz seiner Tarnung im dichten Gebüsch zu lokalisieren, ist es hilfreich, wenn man seinen arttypischen Ruf kennt, ein wehmütig-flötendes „Djü“.

    Gimpel besiedeln Europa, Vorderasien, Ostasien einschliesslich Kamtschatka und Japan sowie Sibirien. Man findet sie im Tiefland als auch in Bergwäldern. Sie benötigen einen hohen Nadelholzanteil, besonders beliebt sind Fichten. In der Schweiz hat der Bestand in tieferen Lagen (unterhalb 1000 m) abgenommen, man begegnet ihnen deshalb häufiger in den Bergen.

    Nahrung

    Der Gimpel ist ein Samen- und Körnerfresser. Zudem liebt er Beeren und Früchte, aus denen er die Samen herausschält. Auch feine Kräutersamen nehmen Gimpel gerne an. Eine Besonderheit des Gimpels ist, dass er auch Knospen von Bäumen frisst: Blatt- und Blütenknospen. Dies beobachtet man vor allem im Frühjahr, wenn die Knospen kurz davor sind aufzugehen. Dann sieht man ihn in Obststreuwiesen zum Beispiel an Birnbäumen. Auch Weidenkätzchen stehen dann auf seinem Speisezettel. Trotz seiner Grösse kann sich der Gimpel bei der Nahrungssuche auf Bäumen gewandt bewegen und kopfüber hängen oder sich zur Seite neigen.

    Wenn im Frühjahr der Löwenzahn verblüht ist, macht sich der Gimpel gerne über seine Samen her. Die Stängel des Löwenzahns sind oft sehr lang, deshalb kommt eine besondere Technik zum Einsatz: Der Gimpel springt auf den Samenkörper, der Stängel knickt ein und der Vogel kann die Samen fressen. Eine andere Methode ist ein Biss in den Stängel, der dann ebenfalls knickt, so kommt er leicht an die Samen heran.

    Brutgeschäft

    Ihr Nest bauen die Vögel vorzugsweise im Wald gut versteckt nahe am Stamm von Jungfichten. Dabei profitieren sie von Fichten-Aufforstungen. Das Gimpelgelege umfasst meist drei bis fünf Eier, die Bebrütungszeit dauert 13 bis 15 Tage. Die Nestlinge werden von den Eltern mit Insekten, zum Beispiel Raupen, Ameisen oder Blattläusen, gefüttert. Auch kleine Gehäuseschnecken stehen auf dem Speiseplan. Nach rund 16 bis 18 Tagen fliegen die Jungvögel aus, danach werden sie aber noch mehr als zwei Wochen von den Vogeleltern betreut und geführt. Oft finden zwei Jahresbruten statt.

    In der Schweiz sind Gimpel Stand- und Strichvögel. Als Standvogel verweilt der Gimpel ganzjährig bei uns, er zieht also nicht. Im Gegensatz dazu verlassen Strichvögel vor allem im Winter ihr Brutgebiet, unternehmen aber keine Wanderungen in den Süden, sondern bleiben in denselben Breiten. Bei winterlicher Kälte wechseln sie oft den „Landstrich“. Dann erscheinen sie manchmal sogar paarweise oder in kleineren Trupps in Gärten und am Futterbrett.

     

    Die ausführliche Dokumentation zum heutigen Vogel des Monats für den Unterricht finden Sie hier:  Gimpel oder in der Lehrmittel Boutique, wo das Heft auch für Nichtmitglieder kostenlos zur Verfügung steht.

    Ich danke Edith und Beni Herzog herzlich für die interessanten Informationen und die wunderbaren Fotos sowie die Audio-Aufnahmen. Auf ihrer Webseite benifotos.ch sind die Bilder grösser und noch prächtiger zu sehen.

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    Bezug Lehrplan 21: NMG 2.1 NMG 2.3 NMG 2.4 NMG.2.

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  • Schneesterne basteln

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Nov 24, 2021 | 02:15 am

    Schneesterne basteln


     

    Heute möchte ich eine Bastelarbeit vorstellen, die ein schöner Nebeneffekt der Maßnahmen aus der Pandemie sind. In einigen Regionen oder eben Ländern wie Österreich gilt es seit Monaten,                   FFP2-Masken zu tragen. In jeder Packung finden sich Maskenhalter aus Kunststoff, die meist ungenützt in den Mülleimer wandern. Nachdem in (fast) jeder Lehrerin eine Sammlerin steckt - bei Lehrern habe ich das noch nicht beobachten können - hat sich bei mir im Laufe der Zeit ein netter Vorrat ergeben, von dem ich lange nicht wusste, wie ich ihn verwerten werde. Nun hatte ich eine Idee, wie man dieses (unnötige) Plastikbeiwerk upcyclen kann.

    Hier eine Kurzanleitung: Man nehme 3 Stück Maskenhalter, bearbeite sie kreativ mit der Schere und klebe sie anschließend mittels Heißklebepistole zusammen. Andere herkömmliche Kleber halten leider nicht. Und fertig sind die Schneesterne, die eine schöne Dekoration abgeben.
    Geeignet ist diese Arbeit ab Klassenstufe 3, da es doch etwas Routine im Umgang mit einer (gut schneidenden) Schere braucht, um die Halterungen zu gestalten.

     

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  • Vergnügliches Englischlernen mit animierten Geschichten

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Nov 23, 2021 | 02:03 am

    Vergnügliches Englischlernen mit animierten Geschichten

    BBC Learning English ist eine der meistverwendeten Plattformen zur Erlernung der englischen Sprache.

    Mit animierten Kurzgeschichten aus dem Alltag unterstützt BBC Learning English unsere Schülerinnen beim Englisch-Hören und -Verstehen. Sehr hilfreich sind die Untertitel sowie eine Abschrift des Textes, die als PDF heruntergeladen werden kann. Zu einigen Geschichten gibt es zusätzliche Aufgaben, mit denen die Schüler zum Sprechen animiert werden.

    Stories for Children

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 Die Rechtschreibung nach Duden weicht in der Schweiz teilweise von den Regeln in Deutschland und Österreich ab.
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