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Austernfischer 00 Titelbild

Vogelbeobachtung auf der Insel Helgoland im Herbst. Unter den meist bräunlich-grauen Watvögeln fällt ein schwarz-weisser Vogel mit einem leuchtend roten Schnabel auf. Der Austernfischer ist auf Helgoland sehr häufig anzutreffen, denn seine grösste Verbreitung in Europa hat er im Wattenmeer und dem küstennahen Binnenland der Nordsee, wo er auch die scherzhafte Bezeichnung „Halligstorch“ trägt. Mit etwas Fantasie gleicht er nämlich dem Schwarzstorch (s. Bild).

Austernfischer 02 Schwarzstorch

In der Schweiz tritt der Austernfischer als seltener Durchzügler an grösseren Seen auf. Auch am Klingnauer Stausee (AG) erscheint er in der Zugzeit ab und zu kurzzeitig in kleineren Trupps oder als Einzelvogel. Dieses Ereignis verbreitet sich jeweils schnell unter den Vogelbeobachtern und nicht wenige „pilgern“ dann dorthin, um den Anblick dieses besonderen Vogels zu geniessen. (Bild: Der Austernfischer am Klingnauer Stausee wird von Möwen kritisch beobachtet)

Austernfischer 03 KlingnauserStausee Moewen

Der Austernfischer ist also ein charakteristischer Vogel der Nordseeküste, die Rast- und Brutbestände konzentrieren sich vor allem auf das deutsche und niederländische Wattenmeer. Die Verbreitung reicht in Europa bis nach Island und Nordnorwegen, kleinere Brutpopulationen findet man auch am Mittelmeer.

Austernfischer 06 Flug Fluegelstreifen

Austernfischer kann man praktisch nicht mit andern Vögeln verwechseln, das schwarzweisse Gefieder bildet einen auffälligen Kontrast zu den rötlichen Beinen und dem knallroten Schnabel. Besondere Merkmale sind auch das rote Auge und der weisse Flügelstreif im Flug.

Teichhuhn 00 Titelbild

In einem Naturschutzgebiet am Zusammenfluss von Limmat und Aare im Kanton Aargau gibt es ein Amphibiengewässer, das auch als Rückzugs- und Brutplatz von Wasservögeln benutzt wird. Die Wasserfläche ist gesäumt von einem Gürtel aus Weidenbüschen, Schilf, Seggen und anderen wasserliebenden Pflanzen. Aus der dichten Vegetation dringen leise piepsende Laute. Es sind die Kontaktrufe von Teichhuhn-Küken.

Insgesamt sechs der kleinen schwarzen Daunenbällchen mit den auffällig farbigen Köpfen werden von zwei Altvögeln – ihren Eltern – behütet. Die Kleinen sind erst vor wenigen Tagen aus dem Ei geschlüpft, doch als echte Nestflüchter sind sie bereits sehr aktiv. Manchmal schwimmen sie hinter den Eltern her und betteln sie um Futter an, das sie von ihrem Schnabel picken.

Teichhuhn 01 mit Kueken

Teichhuhn 02 fuettert Kueken

Teichhuhn 03 Kueken schwimmt

Manchmal suchen die Küken am Teichrand bereits selbstständig nach etwas Fressbarem. Dazwischen schwimmt eines mutig allein mitten über die Wasseroberfläche, um eine neue Ecke des Teiches, ihres Lebensraumes, zu erkunden. Mit ihren piepsenden Rufen bleiben die Jungen dabei stets in Kontakt mit den Eltern.

Alpenschneehuhn 0 Titelbild

Wer im Gebirge oberhalb der Waldgrenze unterwegs ist, d.h. in Höhenlagen über 1800 Meter über Meer, kann plötzlich den eigenartig knarrenden Ruf eines Alpenschneehuhns vernehmen. Trotz intensiver Suche mit dem Fernglas wird man aber den Vogel meist nicht entdecken. Das liegt daran, dass die Alpenschneehühner zu jeder Jahreszeit ein Federkleid besitzen, das sie optimal tarnt. Hierfür mausern sie mehrmals im Jahr, d.h. sie wechseln ihr Federkleid und passen dabei die Farbe und Musterung der jeweiligen Umgebung an.

Alpenschneehuhn 01 Männchen

Im Winter sind sie, wie der Name Schneehuhn sagt, fast schneeweiss. Nur die Männchen haben eine schwarze Schwanzunterseite und über dem Auge einen roten Hautstreifen.

Alpenschneehuhn 02

Im Frühjahr wird die Oberseite bunt gesprenkelt, was für ein optisches Verschmelzen mit der inzwischen schneefreien Umgebung, also Fels und Grasflächen, sorgt.
Bild: Wikimedia Commons, Alan Schmierer

Alpenschneehuhn 03 Maennchen graugesprenkelt

Im Sommer ziehen sich die Alpenschneehühner in Gebiete oberhalb von 3000 Metern zurück, wo Fels und Geröll vorherrschen. Dann verschwinden die weissen Bereiche völlig von der Gefiederoberseite, die Schneehühner haben nun ein mehrheitlich grau gesprenkeltes Aussehen. Nur die Flügel erscheinen im Flug weiterhin weiss.

Jungvoegel 00 Kohlmeise

Wer im Spätfrühling und Sommer mit wachsamem Blick durch die Gegend streift, kann vielerorts Jungvögel beobachten, die von den fürsorglichen Vogeleltern ausserhalb des Nestes mit Futter versorgt werden. In Gärten, Hecken und auf Bäumen, aber auch auf Hausdächern oder an Strassenrändern sitzt der eben flügge gewordene Nachwuchs und wartet geduldig, bis ein Elternteil mit gefülltem Schnabel zurückkehrt. Dann entsteht kurz Hektik: Laut piepsend, mit den Flügeln flatternd und weit aufgerissenem Schnabel zeigen die Jungen, wohin die Ladung Futter gehört.

Jungvoegel 01 Hausrotschwanz
Junger Hausrotschwanz bettelt Papa um Futter an.

Wie stellen wir uns ein frisch geschlüpftes Vogelbaby vor? Viele denken vielleicht an Osterküken, die im April manchmal sogar in Supermärkten als Attraktion zur Schau gestellt werden – kleine, flauschige Federbällchen mit offenen Augen und purlimunter (= munter und vergnügt). Weit gefehlt! Alle Singvögel sowie Reiher, Greifvögel, Eulen und Spechte sind sogenannte Nesthocker und kommen nackt und blind zur Welt. Sie sind vollkommen auf ihre Eltern angewiesen. Ihre Daunen beginnen erst nach einigen Tagen zu spriessen. Die hilflosen Küken werden vom Vogelweibchen warm gehalten, indem es sich regelmässig über diese setzt, in der Fachsprache bezeichnet man diesen Vorgang als Hudern.

Jungvoegel 02 Rauchschwalben
Junge Rauchschwalben werden im Nest gefüttert.

Die Nestlingszeit – das heisst die Zeit vom Schlüpfen bis zum Flüggewerden – dauert je nach Vogelart unterschiedlich lang. Ein frisch geschlüpfter Rotmilan verbringt bis zu 55 Tage im Nest, ein Singvogel wie die Bachstelze hingegen nur rund 15 Tage.

Nachtigall Titelbild

Kaum ein anderer einheimischer Brutvogel hat einen so variantenreichen und wohltönenden Gesang wie die Nachtigall. Es ist eine ihrer Eigenheiten, auch in der Nacht zu singen. Schmettert sie ihre Strophen direkt vor dem Schlafzimmerfenster, kann sie einem Menschen auch mal eine schlaflose Nacht bescheren. Die Nachtigall singt mit einer erstaunlichen Lautstärke. Ihr variantenreicher Gesang mit dem typischen Nachtigallschlag und den langgezogenen Tönen, die einen weichen, wehmütigen Charakter haben, sticht aus den anderen lauten Vogelstimmen, wie etwa jene von Mönchsgrasmücke, Amsel und Singdrossel, heraus.

Das Repertoire der Nachtigall umfasst 120 bis 260 unterschiedliche Strophentypen.

Nachtigall Brugg 1

Mit dem Gesang in der Nacht hat es eine besondere Bewandtnis: Generell singen alle Männchen am Anfang der Brutzeit nachts. Hat ein Nachtigall-Männchen ein Weibchen gefunden, stellt es seinen Gesang während der Nacht ein und nur noch die „ledigen Männchen“ singen zu nachtschlafender Zeit. Soweit die gute Nachricht für alle Leute, die in der Nähe eines Nachtigall-Habitats leben. Die schlechte Nachricht: Bei den Nachtigallen kann der Anteil unverpaarter Männchen bis zu 50% betragen.

Nachtigall Brugg 2

Ihr Gesang hat die Nachtigall berühmt gemacht.

Prominente Komponisten wie Ludwig van Beethoven, Antonio Vivaldi, Georg Friedrich Händel und andere mehr haben sich von der Meistersängerin inspirieren lassen und ihren Gesang in Kompositionen nachempfunden. G. F. Händel fügte in einem Orgelkonzert die Gesänge von Kuckuck und Nachtigall zu einem wohlklingenden Duett zusammen.

Die Nachtigall kommt aber auch in dem Märchen „Jorinde und Joringel“ vor. In Hans Christian Andersens Märchen „Des Kaisers Nachtigall“ heilt der Gesang der Nachtigall den todkranken Kaiser von China.

Früher galt der Gesang der Nachtigall als schmerzlindernd und sollte dem Sterbenden einen sanften Tod und dem Kranken eine rasche Genesung bringen.

Nachtigall Seengen

Die Nachtigall - ein Symbol der Liebe

Der Name „Nachtigall“ bedeutet frei übersetzt „Nachtsänger“. Gall ist abgeleitet vom altdeutschen Wort „gellen“, was so viel heisst wie „laut tönen“. Auch der wissenschaftliche Name „Luscinia megarhynchos“ bezieht sich auf den Gesang. Megarhynchos bedeutet „grosser Schnabel“, was aber nicht wörtlich zu verstehen ist, sondern sich auf die Grossartigkeit des Nachtigall-Gesangs bezieht.

In Volkstraditionen kündigt die Nachtigall den Frühling an, sie ist der Vogel des Monats Mai, aber auch und besonders ein Symbol der Liebe.

Nachtigall Reserve

Das Areal der Nachtigall reicht von Nordafrika über West-, Mittel- und Südeuropa sowie Vorderasien bis Westsibirien. Ausgenommen sind Europas Nordwesten, Skandinavien und weite Teile Osteuropas.

Europaweit wird der Bestand auf 10 Millionen Brutpaare geschätzt.

Die Nachtigall ist ein Zugvogel und trifft in den letzten Jahren immer früher bei uns ein. Bereits im April kann ihr Gesang ertönen. Ihr bevorzugter Lebensraum sind feucht-warme Auenwälder und Laubmischwälder mit viel Unterholz. Sie besiedelt gelegentlich aber auch Hecken, Parkanlagen und verwilderte Gärten.

Nachtigall Habitat

Den Nestbau übernimmt das Weibchen. Das napfförmige Nest besteht aus Falllaub, Grashalmen, feinen Zweigen und Wurzeln und liegt meist in einer kleinen Mulde in der dichten Krautschicht (vor allem in Brennnesseln, Schachtelhalm oder zwischen Falllaub), oft am Fuss von Sträuchern oder Bäumen. Deshalb sollten Brennnessel- und Schachtelhalmbestände nicht vor Ende Juli gemäht werden! In Auenwäldern können die Nester dem Hochwasser zum Opfer fallen. Etwa ab Mitte Mai legt das Weibchen vier bis fünf Eier, wobei täglich ein Ei gelegt wird. Die Bebrütung beginnt mit dem vorletzten oder letzten Ei. Nach 13 bis 14 Tagen schlüpfen die Jungvögel und verlassen das Nest nach weiteren 11 bis 12 Tagen. Sie werden ab diesem Zeitpunkt von den Eltern noch 14 Tage betreut.

Nachtigall Junge

Die Nachtigall ernährt sich hauptsächlich von Insekten, seltener auch von kleineren Regenwürmern, Spinnen und Asseln. Gerne jagt sie am Rand von Gewässern. Im Spätsommer stehen auch Beeren auf dem Speiseplan.

Das Aussehen des grandiosen Sängers ist eher bescheiden, er zählt zu den „little brown birds“. Er ist etwa so gross wie ein Haussperling.

Nachtigall Reserve

Das oberseits warm-braune und unterseits helle Gefieder wird nur durch den einfarbig rötlich braunen Schwanz unterbrochen. Oft lässt der Vogel die Flügel etwas hängen.

Durch ihren grandiosen Gesang wird der Beobachter auf die Nachtigall aufmerksam und sucht sie angestrengt im Buschwerk. Der Vogel bringt manche fast zur Verzweiflung, man hört zwar den Sänger und ahnt ihn in relativ kurzer Distanz, bekommt ihn aber kaum zu Gesicht, sprich, er kommt selten „aus dem Busch heraus“. Es braucht viel Glück und Geduld, bis man den äusserlich eher unscheinbaren Vogel am Rand von Büschen oder auf Ästen von Bäumen beobachten kann.

Am Boden bewegt sich die Nachtigall hüpfend fort, wobei sie ihren Schwanz immer wieder langsam hebt und senkt.

Eine Schwesterart der Nachtigall ist der Sprosser (s. Bild). In Europa ersetzt er die Nachtigall im Norden und Osten. Der Name „Sprosser“ rührt vermutlich von Sprosse im Sinne von Fleck (z. B. in „Sommersprosse“) und ist auf die diffus gefleckte Brustzeichnung des Sprossers zurückzuführen.

Nachtigall Sprosser Bialowieza


Nachtigall TDie ausführliche Dokumentation zum heutigen Vogel des Monats für den Unterricht finden Sie hier: archive Nachtigall (1.09 MB) .

Ich danke Edith und Beni Herzog herzlich für die interessanten Informationen und die wunderbaren Fotos sowie die Audio-Aufnahmen. Auf ihrer Webseite benifotos.ch sind die Bilder größer und noch prächtiger zu sehen.

Zielgruppe: 4. - 6. Klasse
Bezug Lehrplan 21: NMG 2.1 NMG 2.3 NMG 2.4 NMG.2.6

 

 

 

Blaumeise Gartenvoegel


Welche Vögel brüten rund ums Haus? BirdLife Schweiz und NABU in Deutschland führen an 3 bis 4 Tagen im Mai 2021 erneut die "Stunde der Gartenvögel" durch und rufen alle auf, eine Stunde lang die Vögel im Garten, vom Balkon aus, in einem Park oder einem Siedlungsquartier zu zählen und zu melden. Zudem sind alle eingeladen, sich über die vielen Möglichkeiten zu informieren, wie man die Natur rund ums Haus fördern kann.

Die Aktion richtet sich an Privatpersonen, Familien, Jugendgruppen und Schulklassen. Um die Gartenvögel melden zu können, muss man sie zuerst kennen und bestimmen lernen. Manchmal hilft herfür auch der unterschiedliche Gesang der Vögel. Gemeinsam mit unseren „Perlen-Ornithologen“ Edith und Beni Herzog haben wir ein Heft vorbereitet, mit dem Sie sich und Ihre Klasse bzw. Ihre Kinder zu Hause auf diese Aktion vorbereiten können.

Wie mache ich mit?

In Deutschland findet die grosse Vogelzählung immer am zweiten Mai-Wochenende statt, dieses Jahr vom 13. bis 16. Mai 2021. Hier erhalten Sie Flyer und Meldebogen dazu.

In der Schweiz wird die „Stunde der Gartenvögel“ vom 5. bis 9. Mai 2021 durchgeführt. Das Anmeldeformular wird kurz vor Beginn erscheinen. Bis es soweit ist, vertiefen Sie sich zusammen mit den Kindern in die vielen Unterlagen, die Sie in der Rubrik folder Vogel des Monats in der Lehrmittel Boutique finden und natürlich in unser neues Heft zu dieser Aktion: archive Stunde der Gartenvögel (5.08 MB) .

Gartenvoegel T Gartenvoegel 3 Gartenvoegel digital

 

Besuchen Sie auch die LehrmittelPerlen

Die Lehrmittel Perlen sind eine Plattform für hochwertige Lehrmittel, mit denen Sie Ihren Unterricht bereichern können. Die persönliche Mitgliedschaft bei den Perlen bietet jedoch einiges mehr als vergleichbare Portale, unter anderem die Perlen-Community. Die meisten Perlen-Lehrmittel eignen sich besonders gut für schulische Heilpädagoginnen und/oder Lehrpersonen an Förderklassen, da sie sehr durchdacht den Lernprozess in kleinen Schritten begleiten und viel Übungsmaterial enthalten.  

Die Lehrmittel Perlen sind nicht gratis und nicht billig... sie sind erstaunlich günstig!

 

 Die Rechtschreibung nach Duden weicht in der Schweiz teilweise von den Regeln in Deutschland und Österreich ab.
Sie finden deshalb viele Lehrmittel zusätzlich als überarbeitete Version. Sie sind mit D/A bezeichnet.
 
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