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Papageitaucher Titelbild

Die Isländer bezeichnen den „kleinen Clown des Nordens“ ganz einfach als „Lundi“, die Engländer nennen ihn „Puffin“ und manchmal sogar „sea parrot“. Wir reden vom Papageitaucher, im Volksmund manchmal auch Papageientaucher. Diesen Namen verdankt er wahrscheinlich seinem bunten Schnabel. Er gehört zu der Familie der Alkenvögel (Alcidae), dazu zählen beispielsweise auch die Trottellumme und der Tordalk.

Der lateinische Name des Papageitauchers – Fratercula arctica – bedeutet „kleiner Bruder des Nordens“. Fratercula steht für Bruder oder Pater, die Namensgebung geht vermutlich auf das schwarz-weisse Federkleid zurück, das an die Robe eines Priesters erinnert.

Papageitaucher 1 Clown

Das Obergefieder des Papageitauchers ist schwarz, die Unterseite weiss, der Kopf schwarz mit weissgrauen Gesichtshälften, seine Augen sind dunkel, umgeben von einem roten Ring. Die Beine sind rot, zwischen den Zehen hat er Schwimmhäute, seine Krallen sind kräftig.

Das auffälligste Merkmal ist der fast dreieckige Schnabel, er ist blaugrau, orange, gelb und rot gemustert. Im Schlichtkleid werden diese Farben blass.

Birkenzeisig Titelbild

Früher war der Alpenbirkenzeisig – wie es der Name sagt – in den Alpen zu Hause. In den letzten Jahrzehnten hat er sein Areal erweitert und besiedelt auch tiefere Lagen. In Europa ist er hauptsächlich in Island, Irland, Schottland, Skandinavien und in weiten Teilen Mitteleuropas beheimatet.

Zu unseren heimischen Birkenzeisigen gesellen sich in der kalten Jahreszeit Wintergäste aus dem Norden. Die Vögel erscheinen in den Niederungen regelmässig ab Oktober und bleiben bis Mitte März oder Anfang April. Ein weiteres Überwinterungsgebiet ist der Mittelmeerraum.

Birkenzeisig

Der Birkenzeisig gehört zur Familie der Finken. Er ist ein kleiner Vogel – kaum grösser als ein Lärchenzapfen – und fällt deshalb fast nicht auf, ausser wenn er ruft.

Sein Gefieder ist braun gestreift, die Kehle schwarz, ein roter Fleck ziert seine Stirn. Die Unterseite ist hell, ausgewachsene Männchen zeigen eine mehr oder weniger rote Brustfärbung. Adulten (erwachsenen) Weibchen fehlt das Karminrot auf der Brust und auch der rote Scheitelfleck ist weniger leuchtend. Auffällig ist der kleine, spitz kegelförmige gelbliche Schnabel.

Birkenzeisig Maennchen

Der Birkenzeisig ist ein sehr zierlicher Vogel im Vergleich mit seinen Finkenverwandten wie zum Beispiel Buch- oder Grünfink. Sehr eng verwandt ist er mit dem Taiga- und Polarbirkenzeisig, deren Färbung etwas variiert. Vor allem der Alpen- und der Taigabirkenzeisig sehen sich zum Verwechseln ähnlich und bereiten auch guten Vogelkennern Kopfzerbrechen bei der Bestimmung. Der Taigabirkenzeisig ist in der Schweiz ein sehr seltener Wintergast, in Deutschland hingegen kommt es in manchen Wintern zu invasionsartigen Schwärmen.

Neuntoeter 1 Titelbild

Der Neuntöter gehört zur Familie der Würger. Der Name tönt nicht gerade sympathisch, aber der Neuntöter ist ein sehr hübscher Singvogel und der einzige aus dieser Familie, der noch in der Schweiz brütet. In Mitteleuropa ist er die häufigste Würgerart.

Neuntoeter 2 Jungvogel frisst Falter

Würger verdanken ihren Namen einer besonderen Eigenschaft. Unverdaute Nahrungsreste würgen sie in Form von kleinen Gewöllen hoch und speien diese aus. Auf dem Speiseplan stehen Fluginsekten, grosse Käfer, Spinnen, Heuschrecken, Eidechsen, Mäuse und manchmal auch Kleinvögel. Wie alle Würger besitzt der Neuntöter einen Hakenschnabel und wirkt deshalb wie ein kleiner Greifvogel. Neuntöter sind geschickte Fluginsektenjäger und erhaschen ihre Beute von einer Sitzwarte aus, entweder im Flug oder am Boden. Beutetiere spiessen sie oft auf Dornenbüsche oder Stacheldraht auf und zerlegen sie mit dem Schnabel in mundgerechte Stücke. Die aufgespiessten Beutetiere dienen dem Neuntöter auch als Nahrungsdepot, was ihm fälschlicherweise den Ruf eingebracht hat, er töte immer zuerst neun Beutetiere, bevor er mit Fressen beginne.

Neuntoeter 3 Maennchen

Das Neuntöter-Männchen fällt besonders durch seine schwarze „Zorro-Augenmaske“ auf. Seine Kehle ist weiss, die Brust hell und leicht rosa überhaucht, das Grau des Oberkopfes zieht sich bis in den Nacken. Sein Rücken ist kastanien- bis rotbraun, deshalb ist er auch noch unter dem Namen Rotrückenwürger bekannt. Die Schwanzunterseite ist auffällig schwarz-weiss gefärbt.

Neuntoeter 4 Weibchen

Das Gefieder des Weibchens ist bräunlich, die Unterseite cremeweiss. Brust und Flanken weisen eine Schuppenzeichnung auf. Die Augenmaske ist nur schwach ausgeprägt und zeigt sich meist hinter dem Auge in einem Braunton.
Juvenile (junge) Neuntöter sehen den Weibchen sehr ähnlich, haben aber eine Wellenzeichnung (Schuppenzeichnung) auf Rücken, Brust, Flanken und Flügeln und zusätzlich eine feine dunkle Querbänderung auf ihrem braunen Scheitel.

Neuntoeter 5 Maennchen fuehrt Jungvogel

Zwei verwandte Arten des Neuntöters sind Rotkopfwürger und Raubwürger. Der Rotkopfwürger, der in den Fünfzigerjahren noch in der Schweiz brütete, ist heute praktisch verschwunden. In Deutschland gibt es noch sporadisch Bruten. Im Mittelmeerraum hingegen ist er ein verbreiteter Brutvogel.

Neuntoeter Verwandter Rotkopfwuerger  Neuntoeter Verwandter Raubwuerger

Der grösste heimische Vertreter der Würgerfamilie ist der Raubwürger. In der Schweiz brütet er seit den Achtzigerjahren nicht mehr. Er ist aber als Durchzügler und noch häufiger als Wintergast zu beobachten.

Das Verschwinden der Würgerarten hängt mit dem schwindenden Lebensraum und infolgedessen den mangelnden Nahrungsquellen (Käfer, Heuschrecken etc.) zusammen. Neuntöter brüten in halboffenen Landschaften, die ein gutes Angebot an Sträuchern und Hecken aufweisen. Hecken, Hochstammbäume, Obstgärten, artenreiche Wiesen – kurz, eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft – fiel der intensiven Landwirtschaft zum Opfer. Zum Glück sind heute vielerorts Bemühungen im Gang, naturnahe Kulturlandschaften zu fördern. Durch das Pflanzen von Hochstammbäumen, Anlegen von Hecken, Blumenwiesen und Buntbrachen, Errichten von Ast- und Steinhaufen etc. können die Bestände der Neuntöter und andere Vogelarten profitieren. Auch strukturreiche Rebberge sind für Neuntöter gute Habitate.

Neuntoeter 6 Rebberg Habitat

Vögel wie der Rotkopfwürger bleiben bei uns leider verschwunden, für ihn wäre eine viel grösserflächige Renaturierung der Kulturlandschaft nötig.


Neuntoeter TDie ausführliche Dokumentation zum heutigen Vogel des Monats für den Unterricht können Sie kostenlos hier herunterladen: der Neuntöter.

Ich danke Edith und Beni Herzog herzlich für die interessanten Informationen und die wunderbaren Fotos. Auf ihrer Webseite benifotos.ch sind die Bilder grösser und noch prächtiger zu sehen.

Zielgruppe: 3. - 6. Klasse
Bezug Lehrplan 21: NMG 2.1 NMG 2.3 NMG 2.4 NMG.2.6

Kiebitz Titelbild

Der Kiebitz ist eine Limikolenart, ein Watvogel, und wohl einer der bekanntesten dieser Vogelfamilie. Er benötigt als Lebensraum Feuchtgebiete wie Riedwiesen, dies vor allem in der Brutzeit.

Der Charme dieses auffälligen, faszinierenden Vogels begeisterte die Ornithologen schon immer. Das Gefieder des Männchens ist schwarz-weiss, die Oberseite schillert bei Sonnenschein metallisch grün, hinter dem Flügelbug ist je nach Lichteinfall auch ein violetter Glanz zu erkennen.

Kiebitz 3

Der Brustlatz ist bis zur Kehle schwarz. Ein besonders hübsches Kennzeichen sind die Schopffedern am Kopf, die man in der Fachsprache als „Federholle“ bezeichnet. Diese Schmuckfedern sind beim Männchen länger als beim Weibchen, das Weibchen ist generell etwas bescheidener gefärbt.

Kiebitz Männchen

Der Kiebitz wird rund 200 g schwer, was dem Gewicht von zwei Tafeln Schokolade entspricht. Den besonderen Rufen verdankt er seinen deutschen Namen. Vor allem die Männchen sind während der Balzzeit stimmfreudig und zeigen dann auch ihre akrobatischen Balzflüge. Dazu gehören Loopings, Sturz- und Steigflüge. All dies findet nach Ankunft aus den Wintergebieten ab Anfang März statt.

Kiebitz 5
Im Flug sind die breiten Handflügel des Kiebitzes zu erkennen.

Kiebitze aus Mittel- und Westeuropa überwintern hauptsächlich in Frankreich, auf der Iberischen Halbinsel und in Nordafrika. Skandinavische Kiebitze ziehen im Winter auf die Britischen Inseln, die Brutvögel Osteuropas, Russland und Finnlands vorwiegend nach Italien.

Der Kiebitz brütet einzeln oder in lockeren Kolonien. Er ist ein Bodenbrüter, sein Nest befindet sich in geeigneten Feuchtgebieten mit spärlich bewachsener Fläche oder im Kulturland. Hier errichtet er eine einfache Mulde ohne Nestausstattung, in Feuchtgebieten hingegen stattet er die Mulde mit trockenem Gras und Zweiglein aus.

Wie bei fast allen Watvögeln üblich, legt das Weibchen vier Eier im Abstand von 24 Stunden. Sobald das letzte Ei gelegt ist, bebrüten beide Eltern abwechslungsweise das Gelege. Nach rund 30 Tagen schlüpfen die Küken. Zwei Tage vor dem Schlüpfen fiepen die Küken in den Eiern. Diese Kommunikation dient dazu, sich gegenseitig auf den Schlüpftermin abzustimmen, sodass die Jungtiere praktisch gleichzeitig schlüpfen.

Kiebitz 8

Kiebitz-Küken sind Nestflüchter, das heisst sie suchen sofort selbstständig nach Nahrung und sind auf das „Laufen“ spezialisiert, sie haben kräftige Beine. Auf dem Speiseplan der Kiebitze stehen insbesondere Insekten, deren Larven und Würmer, aber auch Samen. Vor allem bei Regen werden die Küken von ihrer Mutter gehudert (gewärmt und beschützt), unter ihrem Federkleid kühlen sie nicht aus.

Kiebitz 7

Vater und Mutter führen die Jungen und verteidigen diese auch vehement gegen Feinde wie Greif- und Rabenvögel, Gänse, Fuchs usw.

Diese werden lauthals im Flug angegriffen oder aber abgelenkt, indem der Altvogel am Boden mit dem Körper auf die Seite kippt und mit herabhängenden Flügeln eine Verletzung vortäuscht. Dieses Verhalten bezeichnet man als „Verleiten“.

Nach 35 bis 40 Tagen sind die jungen Kiebitze flügge. In der Regel findet eine Jahresbrut statt, bei Gelegeverlust kann es zu Ersatzbruten kommen.

Kiebitz 4

Ausserhalb der Brutzeit sieht man Kiebitze meist in Gruppen von 30 oder mehr Vögeln. Im November suchen sie oft frisch abgeerntete Zuckerrübenfelder auf.

In der Schweiz erlitt der Bestand des Kiebitzes einen drastischen Einbruch aufgrund der Trockenlegung von Feuchtgebieten, sein Lebensraum schwand markant. Die Landwirtschaftsgebiete dehnten sich dafür mehr und mehr aus. Durch die landwirtschaftliche Bewirtschaftung gehen viele Kiebitz-Nester verloren und auch der Verlust durch Beutegreifer trägt dazu bei. Bei anhaltend trockener Witterung finden die Küken zu wenig Nahrung und verhungern. Der Kiebitz-Bestand in der Schweiz liegt bei 180 Brutpaaren. Der Bestand konnte sich in der Schweiz nur halten, weil aus andern Gebieten Brutvögel einwanderten. Aber in den Achtzigerjahren erlitten auch die Nachbarländer Bestandseinbrüche, was zu einem erneuten Rückgang der Art führte. Der Kiebitz steht in der Schweiz auf der Roten Liste, ist also vom Aussterben bedroht.

Kiebitz T

 

Die ausführliche Dokumentation zum heutigen Vogel des Monats für den Unterricht finden Sie hier: der Kiebitz.

Ich danke Edith und Beni Herzog herzlich für die interessanten Informationen und die wunderbaren Fotos. Auf ihrer Webseite benifotos.ch sind die Bilder grösser und noch prächtiger zu sehen.

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Gartenbaumlaeufer Titelbild

Den Gartenbaumläufer sehen wir kaum, obwohl er ganz in unserer Nähe lebt. Der kleine Kletterkünstler hat eine exzellente Tarnung, die ihn praktisch mit dem Hintergrund der Baumrinde verschmelzen lässt. Auffällig ist sein langer, gebogener Schnabel, der lange Stützschwanz, die Oberseite ist braun gemustert, seine Unterseite weiss, die Flanken sind oft bräunlich getönt. Der deutliche weisse Überaugenstreif ist ein weiteres Merkmal.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht. Mit seinen 10 g, die er auf die Waage bringt, ist er im wahrsten Sinn des Wortes ein Fliegengewicht.

Das Verbreitungsgebiet des Gartenbaumläufers beschränkt sich auf Süd- und Mitteleuropa und den Maghreb. Er fehlt vollständig in Grossbritannien und Irland sowie im Norden Dänemarks und in ganz Skandinavien. In der Schweiz bewohnt er Laubwälder, Parks, Baumhecken, Hochstamm-obstgärten und private Gärten mit vielen Obstbäumen. Er dringt sogar in Stadtzentren vor. Wichtig für ihn sind Bäume mit grobborkiger Rinde. Man findet ihn in der Schweiz aber nur bis auf eine Höhe von rund 900 m. Mit ungefähr 50‘000 Brutpaaren gilt der Gartenbaumläufer in der Schweiz als nicht gefährdete Vogelart.

Der Verwandte des Gartenbaumläufers, der Waldbaumläufer, sieht optisch fast gleich aus und lässt sich praktisch nur anhand des Gesangs unterscheiden. Er lebt bevorzugt in dichten Nadelwäldern und oft in Höhen über 900 m.

Gartenbaumlaeufer Verwandter Waldbaumlaeufer

Bei der Nahrungssuche lässt sich der Gartenbaumläufer gut beobachten. Wie ein kleiner Specht klettert er meist vom Fuss eines Baumstammes oder an Ästen spiralförmig und ruckartig nach oben. Seine drei langen und spitzen Krallen an den Vorderzehen wirken wie Haken, die acht Millimeter lange Kralle der Hinterzehe sichert ihn zusätzlich ab.

Gartenbaumlaeufer wieSpechte

Wie die Spechte benutzen Baumläufer ihren Schwanz wie ein „drittes Bein“ als Stütze und zum Halten des Gleichgewichts beim Klettern. Die mittleren Schwanzfedern sind daher besonders steif und widerstandsfähig. So können sie auch problemlos senkrechte Felsen, Mauern und Gebäude erklimmen. Das Free-Climbing beherrschen sie schneller und besser als wir Menschen!

Gartenbaumlaeufer Futtersuche

Dabei stochert er mit seinem idealen „Pinzettenschnabel“ in der Baumrinde nach allem Essbaren.

Gartenbaumlaeufer Pinzettenschnabel

Er ernährt sich auch von Samen, die insbesondere im Winter einen grösseren Teil seiner Nahrung ausmachen können.

Charakteristisch für den Gartenbaumläufer ist, dass er nicht kopfvoran am Baumstamm hinabklettern kann – anders als der Kleiber, der dies vorzüglich beherrscht. Ist der Gartenbaumläufer zuoberst in der Baumkrone angelangt, fliegt er zum nächsten Baum und das Spiel beginnt wieder auf tieferem Niveau.

WanderfalkeTitelbild

BirdLife Schweiz wählte den Wanderfalken zum Vogel des Jahres 2018. Dieser aussergewöhnliche Luftkünstler ist der schnellste Vogel der Welt und ein rasanter Vogeljäger. Was die Geschwindigkeit seiner pfeilschnellen Sturzflüge anbelangt, ist die Rede von 250 bis über 300 km in der Stunde. Bei der Vorstellung kann einem schwindelig werden! Er ist schneller als die meisten Autos oder Motorräder.

Der Wanderfalke fasziniert die Menschen seit prähistorischer Zeit. Der Mensch lebte damals in Höhlen am Fuss der Felsen, der Wanderfalke hoch oben in der Wand. In Ägypten wurde der Gott Horus meist mit einem Falkenkopf dargestellt.

Der stolze Vogel ist der grösste einheimische Falke, fast bussardgross, wobei das Weibchen mit seinen 900 bis 1300 g grösser ist als das Männchen. Auffällig im Vergleich mit andern Falken ist der massige Körper. Die Oberseite ist schiefergrau bis graubraun. Beim adulten Vogel zieren feine Querbänder den hellen Bauch (1. Flugbild), der Jungvogel (2. Flugbild) ist hingegen längs gestreift.

Wanderfalke1

Wanderfalke2

Die Kopfplatte des Wanderfalken ist dunkel, ebenso fällt der kräftige dunkle Bartstreif auf. Der Wanderfalke hat einen mittellangen Schwanz und lange, spitze Flügel. Seine Krallen sind spitz und der Hakenschnabel zeichnet sich wie bei allen Falken durch eine Besonderheit aus: Der Oberschnabel ist hakenförmig nach unten gebogen. Links und rechts davon hat der Oberschnabel eine Zacke, man bezeichnet diese als Falkenzahn. Damit kann der Falke seine Beute mit einem Biss in den Nacken schnell töten.

Wanderfalke3

Der Wanderfalke ist der am weitesten verbreitete Vogel der Welt. Er kommt fast auf allen Erdteilen vor. Ausnahmen bilden die Antarktis, die Karibik-Inseln, Island und Neuseeland. Was das Zugverhalten unserer heimischen Wanderfalken betrifft, passt der Name Wanderfalke weniger gut. Bei uns sind sie vorwiegend Stand- oder Strichvögel, das heisst sie überwintern in der Nähe ihres Brutgebietes oder streifen regional umher. Wanderfalken aus Nordeuropa ziehen zum Überwintern nach Mitteleuropa, also auch in die Schweiz.

Die Lebensraumansprüche dieser Vögel sind relativ bescheiden. Der Wanderfalke benötigt vor allem eine gesicherte Brutmöglichkeit und freien Luftraum mit einem genügend grossen Angebot an Vögeln zum Jagen. Seine Nahrung besteht nämlich aus Vögeln bis zum Gewicht einer Ringeltaube (rund 500 g). Das deutlich grössere Weibchen schlägt auch Enten oder noch grössere Vögel.

Der Wanderfalke ist ein äusserst scharfsinniger Jäger. Wie alle Falken besitzt er ein hervorragendes Sehvermögen und eine geschickte Manövrierfähigkeit, sodass er schnell auf Positionsänderungen seiner Beutetiere reagieren kann. Er jagt fast ausschliesslich im freien Luftraum. Dabei schraubt er sich oft in grosse Höhen und wartet auf Vögel, die unter ihm entlangfliegen. Bei seinem Sturzflug auf eine Beute legt er die Flügel zusammen, fällt wie eine Bombe vom Himmel und krallt sich mit den Fängen einen Vogel. Allerdings gelingt ihm nur jeder 10. bis 15. Angriff. Vogelschwärme wie z.B. Stare haben Gegenstrategien entwickelt: Sie stieben beim Angriff auseinander und formieren sich neu; dies um den Falken oder andere Greifvögel wie Habichte zu verwirren.

Ein Wanderfalke an der Steilküste von Helgoland ...
Wanderfalke4a

... rupft eine erbeutete Möwe
Wanderfalke4b

Der Wanderfalke brütet in der Schweiz bevorzugt in Felswänden, einige Paare auch auf hohen Gebäuden in Städten. In Deutschland ist der Anteil der Gebäudebrüter höher. Der Vogel hat sich somit neben natürlichen Felsen sogenannte Sekundärhabitate erschlossen in Form von Industriebauten, Kraftwerksgebäuden, Hochkaminen, Funktürmen oder Kirchtürmen. Diese bieten ihm auch Ansitzwarten, von denen aus er Tauben und andere Vögel jagen kann. Nistkästen an hohen Gebäuden nehmen Wanderfalken gerne an. So brütet zum Beispiel am Kühlturm des Kernkraftwerks Leibstadt (Schweiz) seit Jahren ein Wanderfalken-Paar mit Erfolg.

Wanderfalke5

Im Nordosten Europas findet man auch baumbrütende Wanderfalken, in der baumfreien Tundra legen sie die Eier einfach in eine Bodenmulde.

Wanderfalken-Männchen beeindrucken Weibchen mit spektakulären Balzflügen. Das Männchen muss auch beweisen, dass es ein guter Jäger ist und die zukünftige Familie mit ausreichend Nahrung versorgen kann. Dabei kommt es zu akrobatischen Beuteübergaben an das Weibchen in der Luft.

Wanderfalke6

Hat sich ein Paar gefunden, legt das Weibchen ungefähr Anfang März drei bis vier Eier in die Nestmulde in einer Felswand oder in eine Nische eines Gebäudes. Das Weibchen bebrütet die Eier und wird in dieser Zeit vom Partner mit Beute versorgt. Nach rund 29 Tagen schlüpfen die Jungvögel. Das Weibchen hudert und verfüttert die vom Männchen geschlagene Beute. Später gehen beide Elterntiere auf Jagd. Die Nestlingszeit dauert 36 bis 40 Tage, danach lernen die Jungen das Beuteschlagen von ihren Eltern. Der Familienverband löst sich ungefähr Anfang August auf.

 

Wanderfalke TDie ausführliche Dokumentation zum heutigen Vogel des Monats für den Unterricht finden Sie hier: der Wanderfalke.

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Zielgruppe: 3. - 6. Klasse
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  • Kreative Buchstaben

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Nov 24, 2020 | 02:51 am

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  • Wandplakate rund um Zahlen

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Nov 23, 2020 | 02:23 am

    Wandplakate rund um Zahlen


    Hier finden Sie die wichtigsten Regeln der Mathematik als ansprechende Wandplakate mit Tafeln, Tabellen und Grafiken. Die erste Folge enthält einfache Darstellungen von Zahlen und Stellenwerten zu folgenden Themen:

    Zahlen von 1 bis 100 - Zahlengerade und Zahlenlinie - Zweier-, Fünfer-, Zehnerschritte -gerade und ungerade Zahlen - Primzahlen und zusammengesetzte Zahlen - negative und positive Zahlen - Quadratzahlen - römische Zahlen - Zahlenreihen - Stellenwerte - Runden, ganze Zahlen und mit Dezimaltrennzeichen.

    Demnächst folgen Wandplakate zu den Grundoperationen und zu den Maßen / Sorten.

    Auf Wunsch ergänze ich die Plakate gerne mit zusätzlichen (mathematischen) Themen.

    Download: Wandplakate rund um Zahlen

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  • Zauberhafte Natur: Tannenzapfen

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Nov 22, 2020 | 02:00 am

    Zauberhafte Natur: Tannenzapfen


    Ein reifer (verholzter) Tannenzapfen besteht aus Deckschuppen und Frucht- oder Samenschuppen, auf denen die Samen liegen. Bevor diese Tannenzapfen vom Baum fallen, lassen sie die geflügelten Samen frei. Dazu öffnen sich bei trockenem Wetter die Deckenschuppen und schliessen sich wieder bei höherer Luftfeuchtigkeit.

    Wundern Sie sich also nicht, wenn nach Regenfällen alle Tannenzapfen geschlossen am Boden liegen. Mit einem kleinen Experiment können Sie den Kindern zeigen, wie die Tannenzapfen ihre Samen schützen, indem sie die Schuppen langsam schliessen. Das dauert je nach Reifegrad der Tannenzapfen etwa eine Stunde. Auf diesem Video sehen Sie in geraffter Form, wie das vor sich geht.

    Nehmen Sie die jetzt geschlossenen Tannenzapfen aus dem Wasser und legen Sie sie auf ein trockenes Handtuch. Mit Hilfe eines Haartrockners können Sie den zweiten Teil des Experimentes beschleunigen. Wenn möglich legen Sie die nassen Zapfen zum Trocknen an die Sonne. Auch so dauert dieser Prozess merklich länger, als der umgekehrte Weg. Doch es lohnt sich, zu beobachten, wie nach einigen Stunden die Tannzapfen wie durch ein Wunder geöffnet sind.

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  • Knacknuss 518

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Nov 21, 2020 | 09:45 am

    Knacknuss 518


    Antworten bitte im Perlen-Kommentar. Für die erste richtige Lösung gibt es 10 Nüsse und für 100 Nüsse einen Preis zu gewinnen. Pro Person ist nur eine Antwort erlaubt. Viel Glück!

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  • Kleine Perle 7

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Nov 20, 2020 | 02:51 am

    Kleine Perle 7


    Dankbarkeit
    ist das Gedächtnis
    des Herzens.

    Jean Baptiste Massillon

    Bild: (c) Nelos, Fotolia

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  • Bilderlexikon und Kulturen

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Nov 19, 2020 | 02:00 am

    Bilderlexikon und Kulturen


    Lernen Sie interaktiv, mit authentischen Fotos Sprachen und Kulturen Ihres eigenen Landes und fremder Länder auf spielerische Art kennen:

    - Mit Visual Word Trainer suchen Sie das passende Bild.

    - Auf Analyst Game testen Sie Ihr kulturelles Wissen.

    - Und hier finden Sie ein hochwertiges Bilderlexikon.

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  • Knacknüsse im Quadrat

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Nov 18, 2020 | 02:00 am

    Knacknüsse im Quadrat


    Wie viele Quadrate sehen Sie in dieser Figur?

    Auf dem nächsten Bild sind verschiedene Quadrate der Grössen 1x1 bis 5x5 zu sehen. Wie viele dieser Quadrate enthalten den Punkt, der sich in der Mitte des Bildes befindet?

    Schaffen Sie es, die untenstehende Figur mit einer einzigen Linie zu zeichnen, ohne abzusetzen, ohne zu kreuzen und ohne eine einzige Linie zu überschreiben (bzw. doppelt zu zeichnen)?

    Die Lösungen dazu und einige weitere quadratische Knacknüsse finden Sie bei Gianfranco Bo.

    Weiterlesen...

 

 Die Rechtschreibung nach Duden weicht in der Schweiz teilweise von den Regeln in Deutschland und Österreich ab.
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