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Rosaflamingo 01 Titelbild

Die eleganten und stolzierenden Bewegungen der Flamingos waren die Inspiration für einen weltberühmten Tanz, den Flamenco. Flamenco ist der spanische Name für Flamingo. Ausgestattet mit extrem langen Hälsen und Beinen sind die Rosaflamingos die größten Vertreter ihrer Familie.

Flamingos zählen zu den geselligsten Vogelarten überhaupt.

Rosaflamingo 02 geselligste

Der Rosaflamingo kommt in Teilen von Afrika, Asien und Süd-Europa vor. Im Mittelmeerraum waren Rosaflamingos in vorrömischer Zeit vermutlich weit verbreitet. Die Gier des Menschen wurde den Vögeln zum Verhängnis – die reichen Römer schätzten Flamingozunge als Delikatesse ...

Die größten Brutvorkommen in Europa findet man heute in der Camargue (Frankreich) und in Südspanien. Aber auch das Podelta (Norditalien) mit seiner Lagunenlandschaft ist Lebensraum für viele Wasservögel, so auch für den Rosaflamingo. In guten Jahren kommt dort die Rosaflamingo-Kolonie auf bis zu 10‘000 Tiere. Sogar in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden haben einige Flamingos einen Lebensraum gefunden.

Rosaflamingo 03 Feuchtgebiete

Feuchtgebiete, Salzseen, Lagunen und Meeresbuchten sind für Rosaflamingos wichtige Brut- und Nahrungshabitate. Im Brackwasser erbeuten die Vögel neben Algen Kleinkrebse, Mückenlarven und Weichtiere.

Mit ihren langen Beinen wühlen sie im schlammigen Boden nach Beute, mit ihrem speziell geformten Schnabel filtern sie Kleinkrebse aus dem Wasser, denen sie übrigens ihre rosa Färbung verdanken. Je mehr Kleinkrebse sie fressen, umso intensiver rot wird das Gefieder.

Rosaflamingo 04 lange Beine

Das Gefieder der Altvögel ist überwiegend rosa-weiß, Hand- und Armschwingen schwarz. Der Schnabel ist rosa mit scharf abgegrenzter schwarzer Spitze. Da Rosaflamingos auch Samen von Wasserpflanzen fressen, suchen sie am Abend ab und zu Reisfelder auf, um dort ungestört zu fressen. Sie verlassen sie am Morgen häufig erst, wenn sie davongejagt werden.

Rosaflamingos erreichen eine stattliche Größe von 120 bis 140 cm, alleine die Beine machen 40 bis 50 cm aus. Die Männchen sind etwas größer als die Weibchen.

 Rosaflamingo 05 Groessenvergleich  Größenvergleich mit einer Mittelmeermöwe

Mit einer Flügelspannweite von etwa 170 cm erreichen die Vögel 60 km/Stunde. So können sie Tagesetappen von 500 bis 600 km ohne Problem zurücklegen.

Rosaflamingo 06 Platz

Wenn sie vom Wasser auffliegen, brauchen Flamingos für sich viel Platz, da sie vor dem Abheben in der Regel mehrere Meter laufen, bevor sie sich in die Luft erheben können.

Im Flug sind Hals und Beine ausgestreckt.

Rosaflamingo 07 ausgestreckt

Legendär sind ihre tiefen Trompetenrufe und gackernde Laute wie bei Gänsen. Spektakulär ist ihre Gruppenbalz: Die Vögel laufen mit erhobenem Kopf zuerst in die eine, und wie auf Kommando in die andere Richtung. Was für ein Schauspiel, wenn man bedenkt, dass es sich dabei um Tausende von Flamingos handeln kann!

Hat sich ein Paar gefunden, bleibt keine Zeit für Flitterwochen, das Gedränge um gute Nistplätze beginnt. Die Größe und die langen Beine der Rosaflamingos machen die Paarung für das Männchen zu einem Balanceakt.

Rosaflamingo 08 Paarung

Flamingos sind Koloniebrüter, ihre Nester liegen in einem Abstand von einem bis zwei Metern. Ihr Nest bauen sie aus Schlamm, sie errichten einen Schlammhügel mit Mulde, der durch die Sonne verhärtet. Das kostbare Ei wird aber auch oft direkt auf dem Boden platziert, in eine kleine Mulde zwischen Steinen.

Drei Wochen lang brüten die Flamingos ohne Pause. Papa Flamingo hält seinen Nachwuchs genauso warm wie die Mutter. Die Eltern wechseln sich also beim Brüten ab. Manchmal verlassen sie dabei das Nest während zwei Tagen nicht, nicht einmal zur Nahrungssuche.

Flamingo-Männchen sind hingebungsvolle Väter. Da die Vögel nur ein Tier pro Jahr aufziehen, ist der Papa bereit, sämtliche Arbeiten mit der Mutter zu teilen und den Sprössling gemeinsam zu versorgen. Am Rand des Brutgeleges ist er besonders aufmerksam, es kann mitten im Getümmel vorkommen, dass ein Ei aus dem Nest gestoßen wird, ein gefundenes Fressen für hungrige Seemöwen.

Nach dem Schlüpfen füttern die Altvögel das Küken mit vorverdauter Nahrung. Da Flamingos an Stellen brüten, wo sie ungestört sind, befinden sich Nistplätze nicht immer an nahrungsreichen Gewässern. So müssen sie manchmal Nahrungsgründe aufsuchen, die 140 bis 200 km vom Brutort entfernt liegen.

Rosaflamingo 09 Jung und Altvogel  Altvogel (rechts) mit Jungvogel

Das Dunenkleid frisch geschlüpfter Küken ist kurz und dicht. Die Körperoberseite ist hellgrau, die Unterseite weißlich. Das Gewicht beträgt maximal 73 bis 90 Gramm, also nur knapp so viel wie eine Tafel Schokolade. Nach rund vier Wochen entwickelt sich ein zweites, dann dunkelgraues Dunenkleid. Das erste Jugendkleid entwickelt sich ab der sechsten Woche. Das typische Federkleid der adulten Vögel wird erst nach mehreren Jahren erreicht. Die Geschlechtsreife erreichen sie nach drei bis vier Jahren.

Die Beine sind zunächst sehr kurz, die Jungen erinnern an Gänseküken. Bis zum Ende der zweiten Lebenswoche ist der Schnabel kurz und gerade, erst dann beginnt er sich nach unten zu krümmen.

Im zarten Alter von 15 Tagen bringt Papa Flamingo das Küken zur „Krabbelgruppe“, damit es andere Artgenossen kennenlernt und rasch Anschluss findet. Die Aufsicht des Kindergartens übernehmen engagierte Eltern. Ein unermüdlicher Vater erteilt praktischen Flugunterricht.

Der Sprössling wird weiterhin von den seinen Eltern mit Nahrung versorgt. Die oft langen Nahrungsflüge finden also ihre Fortsetzung. Einen Teil der Nahrung behält der Altvogel für sich, aus dem Rest bereitet er einen nahrhaften Cocktail für den Junior. Papa Flamingo kann das fast besser als die Mama, denn er ist kräftiger und kann mehr hoch konzentrierte Nahrung zur Verfügung stellen. Nach ungefähr drei Monaten hat der Nachwuchs von der Erziehung genug, er blickt in eine rosige Zukunft. Sein Federkleid ist voll entwickelt, er ist bereit zu fliegen und in Europa umherzuziehen. Die kleine Familie löst sich auf. Die Vogeleltern haben die Erziehung überwiegend gemeinsam erledigt.

Rosaflamingo 10 Reserve

Seit es in Europa immer wärmer wird, ist bei Rosaflamingos der Bedarf für Fernreisen nach Afrika zurückgegangen. Sie überwintern in Kolonien in Europa, zum Beispiel im Tejo-Delta in Portugal. Es kann auch vorkommen, dass sich Rosaflamingos in die Schweiz „verirren“, so zum Beispiel im Oktober 2011. Ein Grüppchen ließ sich am Flachsee (bei Bremgarten) nieder, anschließend überwinterten sie am Bodensee.

Rosaflamingos können ein Alter von 35 Jahren erreichen. Hoffen wir, dass die Kolonien weiteren Zuwachs verzeichnen und der Druck der Menschen auf Naturschutzgebiete nicht zunimmt, sodass sie ungestört ihrem Brutgeschäft nachgehen können.


Rosaflamingo T
Die ausführliche Dokumentation zum heutigen Vogel des Monats für den Unterricht finden Sie hier: archive Rosaflamingo (2.65 MB) .

Ich danke Edith und Beni Herzog herzlich für die interessanten Informationen und die wunderbaren Fotos sowie die Audio-Aufnahmen. Auf ihrer Webseite benifotos.ch sind die Bilder größer und noch prächtiger zu sehen.

Zielgruppe: 4. - 6. Klasse
Bezug Lehrplan 21: NMG 2.1 NMG 2.3 NMG 2.4 NMG.2.6

 

 

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