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Lachmoewe 01 Titelbild

Ein Vogel, der lacht? Das gibt es tatsächlich und die Lachmöwe ist nicht der einzige Vogel, der das kann. Auch die Tonreihen des Grünspechts erinnern an ein Lachen, deshalb wird er sogar als „Lachender Hans“ bezeichnet.

Nun aber zurück zu den lachenden Lautäusserungen der Lachmöwe. Den wissenschaftlichen Namen erhielt die Lachmöwe wegen ihres kichernden Rufs „he-he-he-he-he“ (ridibundus = lachend). Zu ihrem Gesangsrepertoire gehören aber auch die typischen „chi-ä“-Rufe.

Lachmöwen halten sich gerne an flachen Binnengewässern (Lachen oder Pfützen) auf, was bei der Namensgebung ebenfalls eine Rolle gespielt haben könnte.

In der Schweiz sehen wir Lachmöwen vor allem in der kalten Jahreszeit an Seen, wo sie als Wintergäste ihre Shows abziehen. Bei Beobachtern sorgen sie deshalb oft für Erheiterung und Lacher. Die akrobatischen Luftspiele dieser geselligen Vögel sind eine Augenweide. Mit ihrer geschickten Flugtaktik schnappen sie den Enten zugeworfenes Brot noch in der Luft weg.

Lachmoewe 02 akrobatischeLuftspiele

Die Bestimmung von Möwen – besonders von Grossmöwen – ist eine knifflige Aufgabe, vor allem wenn sie noch nicht ihr adultes Kleid tragen.

Die Lachmöwe hingegen gehört zu den kleineren Möwen, ihre Flugspannweite erreicht aber immerhin einen Meter. Ein charakteristisches Merkmal des adulten Vogels ist die schokoladenbraune Kopffärbung im Prachtkleid, das sie von etwa März bis Juli trägt. Mit dieser dunklen Kapuze sieht die Lachmöwe sehr attraktiv aus. Der Schnabel ist karminrot, ebenso die Beine. Auffällig ist der kleine weisse Halbmond hinter den Augen. Ihre Oberseite ist hellgrau, die Flügelspitze schwarz. Hals, Brust, Bauch und Schwanz sind rein weiss.

Lachmoewe 03 Kopffaerbung adult

Im Hochsommer beginnt das Umfärben ins Winterkleid (Schlichtkleid). Die dunkle Kapuze legt sie ab – sie hat dann nur noch einen breiten, dunklen Ohrfleck.

Lachmoewe 04 Hochsommer Umfaerben

Bei juvenilen (= noch nicht erwachsenen) Lachmöwen ist der Schnabel orangefarben mit einer dunklen Spitze, die Flügel sind braun gemustert.

Lachmoewe 05 juvenil Schnabel orange

Das Federkleid der Küken zeigt verschiedene Brauntöne, die den Vogel gut tarnen.

Lachmoewe 06 Kueken Federkleid

Die grössten europäischen Lachmöwen-Brutbestände findet man in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Weissrussland, Grossbritannien und Dänemark. In der Schweiz steht die Art mit 560 bis 800 Paaren auf der Roten Liste, sie ist also stark gefährdet. Aus diesem Grund hat sie bei uns eigentlich „nichts zu lachen“. Im Winter erhalten wir Zuzug aus dem Norden, deshalb lassen sie sich dann besonders gut beobachten.

Lachmöwen brüten in Kolonien auf spärlich bewachsenen Kiesinseln von Seen, in Moorgebieten, Teichen und am Rand grösserer Schilfbestände. An Meeresküsten bevorzugen sie Salzwiesen, aber auch steinigen Untergrund. In der Schweiz ist die Lachmöwe zunehmend auf künstliche Bruthilfen wie Plattformen und Flösse oder künstlich angelegte Inseln, Molen und Dämme angewiesen. Zu schaffen macht ihr hier die Brutplatzkonkurrenz durch die Mittelmeermöwe, aber auch der Mangel an Jungvogelnahrung infolge der landwirtschaftlichen Intensivierung.

In Deutschland brüten Lachmöwen oft gemeinsam mit Fluss- und Küstenseeschwalben. Die Distanz zum Nest des Nachbarvogels beträgt oft weniger als einen Meter, mit Schnabelhieben und lautstarkem Gezeter wird das eigene Nest verteidigt. Die Brutkolonien bieten deshalb eine spezielle Geräuschkulisse!

Lachmöwen führen eine monogame Saisonehe, das heisst sie suchen jedes Jahr einen neuen Partner. Es kommt aber im Folgejahr auch zu Wiederverpaarungen, da die Vögel gerne ihre Vorjahreskolonie aufsuchen. Die Geschlechtsreife tritt mit zwei Jahren ein. Das Balzverhalten von Männchen und Weibchen ist besonders spektakulär, sie äussern dabei sogar Jauchzrufe. Allerdings sollen diese Rufe Konkurrenten auf Distanz halten. Das Balzritual beinhaltet auch Bettelpicken des Weibchens, dabei pickt es unermüdlich an den Schnabel des Männchens. Bleibt das Weibchen hartnäckig, führt dies meist zum Erfolg. Der Partner würgt Nahrung hervor und füttert das Weibchen. Das Paar festigt so seine Bindung und gleichzeitig dient die Nahrung dem Weibchen als Energieschub, den es für das Produzieren des Geleges benötigt.

Lachmoewe 07 Nest Pflanzenmaterial

Das Nest am Boden ist „einfach gestrickt“. Es besteht nur aus etwas grobem Pflanzenmaterial, Federn und manchmal auch Müllresten. Das Weibchen legt in der Regel drei Eier, manchmal auch vier. Diese werden von beiden Partnern während rund drei Wochen bebrütet. Die Küken sind Nestflüchter, bleiben aber als sogenannte „Platzhocker“ in der unmittelbaren Nähe des Nests, dort werden sie von den Eltern gefüttert und gegen Nachbarn und andere Gefahren verteidigt.

Lachmöwen sind Nahrungsgeneralisten, das heisst ihr Speisezettel ist vielfältig und setzt sich aus tierischer wie auch pflanzlicher Nahrung zusammen. Wählerisch sind sie also nicht. Sie jagen über der Wasseroberfläche Insekten, sind aber auch geschickte Fischjäger. Fische erbeuten sie mittels Stosstauchen. Dabei springen sie von der Wasseroberfläche auf und stürzen sich nachher kopfvoran ins Wasser.

Lachmoewe 08 Stosstauchen Nahrung

Sie können aber auch von der Wasseroberfläche aus Fische fangen, indem sie mit dem Oberkörper leicht abtauchen. Oft suchen Lachmöwen Nahrung auf Äckern, vor allem wenn diese durch Landmaschinen bearbeitet werden. Dann folgen sie den Agrarmaschinen und picken Regenwürmer und Insekten auf. Dieses Verhalten zeigen übrigens auch Weissstorch, Rotmilan, Schwarzmilan und Mäusebussard. Pflügt ein Landwirt sein Feld, lassen sich manchmal grosse Ansammlungen von Vögeln beobachten, die so relativ leicht an Nahrung kommen.

Lachmöwen sind als Kulturfolger besonders in Wintermonaten auch in Stadtpärken, Hafen- und Industrieanlagen zu finden. Hier halten sie Ausschau nach Nahrungsresten, Aas und Abfällen, auch von den Menschen werden sie oft gefüttert. Nahrung suchen sie auch auf Mülldeponien. Kleinvögel und Kleinsäuger ergänzen ihren Speisezettel.

Eine besondere Art des Nahrungserwerbs ist der sogenannte Kleptoparasitismus, was bedeutet, dass sie andern Vögeln die Nahrung stehlen. Dabei verfolgen sie beispielsweise gezielt Tafelenten, Gänsesäger, Haubentaucher oder andere Vögel, die nach Fischen oder kleinen Muscheln tauchen. Sobald diese mit ihrer Beute an der Wasseroberfläche erscheinen, attackieren die Lachmöwen diese Vögel direkt oder im Verfolgungsflug und jagen ihnen auf diese Weise die Nahrung ab.

Lachmoewe 09 gesellig

Lachmöwen sind während des ganzen Jahres gesellig, nicht nur während der Brutzeit. Der Vorteil einer Brutkolonie besteht darin, dass die vielen anwesenden Vögel Feinde eher wahrnehmen und diese gemeinsam leichter vertreiben können. Aber auch die gemeinschaftliche Nahrungssuche bietet Vorteile, da die „Informationsweitergabe“ von guten Nahrungsquellen die Zeit der Futtersuche verkürzt. Lachmöwen bilden auch ganzjährig Schlafgemeinschaften, von wo aus sie anderntags wieder ihre Aktivitäten in einzelnen Trupps starten: vom gemeinsamen Baden über die Gefiederpflege bis hin zum Nahrungserwerb. Diese Strategie trägt bestimmt dazu bei, dass die Lebenserwartung von Lachmöwen recht hoch ist. Das festgestellte Höchstalter einer Lachmöwe in Deutschland betrug 32 Jahre und 1 Monat.

Lachmoewe 10 Reserve

 

Lachmoewe T
Die ausführliche Dokumentation zum heutigen Vogel des Monats für den Unterricht finden Sie hier: archive Lachmöwe (3.49 MB) .

Ich danke Edith und Beni Herzog herzlich für die interessanten Informationen und die wunderbaren Fotos. Auf ihrer Webseite benifotos.ch sind die Bilder grösser und noch prächtiger zu sehen.


Zielgruppe: 3. - 6. Klasse
Bezug Lehrplan 21: NMG 2.1 NMG 2.3 NMG 2.4 NMG.2.6

 

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  • Knacknuss 511

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Sep 26, 2020 | 12:30 pm

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  • Kleine Perle 3

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Sep 25, 2020 | 02:23 am

    Kleine Perle 3


    Lerne, als ob du ewig lebtest.
    Aber lebe, als ob du morgen sterben müsstest.

    Rabindranath Tagore, 1861-1941,
    indischer Dichter und Philosoph, Literatur-Nobelpreisträger 1913

    Bild: Pixabay, Broin

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  • Vogel des Monats: Fischadler

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Sep 24, 2020 | 02:40 am

    Vogel des Monats: Fischadler


    Der Fischadler wurde in der Schweiz vor über 100 Jahren ausgerottet, sprich bis auf das letzte Individuum abgeschossen. Ein unrühmliches Kapitel, das leider auch andere Vögel und Tierarten betraf. Abschüsse wurden damals sogar mit Prämien belohnt. Im Jahr 1926 wurde der Fischadler unter Schutz gestellt, trotzdem konnte er sich bis heute nicht aus eigener Kraft wiederansiedeln.

    In Deutschland brüteten 2016 etwa 550 Fischadlerpaare. Neue Technologien wie die Satellitentelemetrie ermöglichen neue Einblicke in das Zugverhalten und Informationen über Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete von markierten Vögeln. In Deutschland brüten die meisten Fischadler in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

    Mitteleuropäische Fischadler sind Langstreckenzieher und überwintern im südlichen Afrika. Der Frühjahreszug in die Brutgebiete beginnt im März und kann bis Mai dauern. Der Herbstzug erfolgt in den Monaten September und Oktober. Der Fischadler ist ein Kosmopolit und mit Ausnahme Südamerikas und der Antarktis weltweit verbreitet. Man trifft ihn in Süßwasser- und Salzwassergebieten.

    Junge Fischadler sind erst mit drei Jahren geschlechtsreif. Sie können bis 30 Jahre alt werden, dies ist aber selten der Fall, da auf den Zugwegen viele Gefahren lauern, vor allem Abschüsse.

    Der Fischadler gehört zwar zu den kleineren Adlern, erreicht aber eine Spannweite bis zu knapp 170 cm, was in etwa dem Rotmilan entspricht.
    Seine Flügel sind im Flug meist deutlich angewinkelt, ähnlich wie bei einer Großmöwe, mit der er aus großer Distanz verwechselt werden kann. Die Unterseite ist hell mit braunem Brustband, der Kopf mit hellem Scheitel und dunkler Maske.

    Fischadler brüten nicht nur in Baumnestern, ihren Horst bauen sie auch auf Strommasten. Das Weibchen legt zwei bis drei Eier, die während rund 37 Tagen bebrütet werden. Die geschlüpften Küken verbringen ungefähr 55 Tage im Nest. Die Männchen versorgen die jungen Fischadler noch längere Zeit nach dem Ausfliegen mit Nahrung. Hat man das Glück, einem Fischadler bei der Nahrungsbeschaffung zuzusehen, offenbaren sich seine speziellen Fähigkeiten. Der Vogel beobachtet oft von einem Ausguck – das kann ein Baum, ein dürrer Ast oder ein Mast sein – die Wasseroberfläche.

    Dann hebt er ab, rüttelt über dem Wasser (d.h. er verharrt mit den Flügel schlagend an der gleichen Stelle in der Luft) und fixiert die potenzielle Beute mit seinen scharfen Augen, stürzt plötzlich hinab und taucht ins Wasser ein.

    Kurz vor dem Eintauchen streckt er seine gespreizten, langen Füße vor. Ist sein Beutezug von Erfolg gekrönt, taucht er mit einem Fisch in den Fängen mit kraftvollen Flügelschlägen aus dem Wasser auf. Ein wundervolles Spektakel, gehüllt in eine beachtliche Wasserfontäne!

    Der Fischadler (und übrigens auch der Waldkauz) hat eine Wendezehe, das heißt, er kann eine der äußeren Zehen je nach Bedarf nach vorne oder nach hinten richten. Dem Vogel erleichtert dies das Festhalten der schlüpfrigen Beute, die er auch nicht quer, sondern längs zum Körper davonträgt.

     

    Ihre Beute verspeisen Fischadler gerne auf Astspitzen oder Stümpfen abgestorbener kahler Bäume. Ist ein Fisch vertilgt, widmet sich der Fischjäger dem Putzen. Der Schnabel wird gereinigt, indem er ihn an einem Ast reibt, danach befreit er seine Fänge mit dem Schnabel von Fischresten. Oft nimmt er sich dann auch noch die Zeit, das Gefieder ausgiebig zu pflegen.

    Die ausführliche Dokumentation zum heutigen Vogel des Monats für den Unterricht finden Sie hier:  Fischadler oder in der Lehrmittel Boutique, wo das Heft auch für Nichtmitglieder kostenlos zur Verfügung steht.

    Ich danke Edith und Beni Herzog herzlich für die interessanten Informationen und die wunderbaren Fotos sowie die Audio-Aufnahmen. Auf ihrer Webseite benifotos.ch sind die Bilder grösser und noch prächtiger zu sehen.

    Zielgruppe: 3. - 6. Klasse
    Bezug Lehrplan 21: NMG 2.1 NMG 2.3 NMG 2.4 NMG.2.6

     

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  • Jetzt auch kleinschrittiges Übungsmaterial zum erweiterten Zahlenraum

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Sep 23, 2020 | 02:49 am

    Jetzt auch kleinschrittiges Übungsmaterial zum erweiterten Zahlenraum


    Als Fortsetzung der Übungen zum Tausender folgen jetzt je ein Heft zum Zehntausender, Hunderttausender und zur Million. Sie sind alle gleich aufgebaut und gewähren damit auch den schwächeren Schülerinnen und Schülern eine gewisse Sicherheit, sodass sie sich ganz auf die mathematischen Aufgaben konzentrieren können.

    Download:
    - Übungsmaterial zum Zehntausender
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  • Merk-würdiges Allerlei 9

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Sep 22, 2020 | 02:56 am

    Merk-würdiges Allerlei 9

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  • Weltfriedenstag

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Sep 21, 2020 | 02:01 am

    Weltfriedenstag


    Am 21. September begehen wir den Internationalen Tag des Friedens der UNO, einen Antikriegstag, um „die Idee des Friedens sowohl innerhalb der Länder als auch zwischen ihnen zu beobachten und zu stärken.“

    Informationen dazu für Kinder gibt es auf hanisauland.de.
    Infos und Hintergründe zu Krieg und Frieden für Kinder auf frieden-fragen.de.

    Bild von Käthe Kollwitz: Wikimedia Commons

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  • Der Mond in Dichtung, Film und Malerei

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Sep 20, 2020 | 02:50 am

    Der Mond in Dichtung, Film und Malerei


    Eine etwas andere Betrachtung des Mondes und des Weltalls. Beim Erstellen des Heftes habe ich selber viel Neues entdeckt und mich z.B. über den Film der Mondlandung aus dem Jahr 1902 köstlich amüsiert. Auch die Gemälde sind sehr eindrücklich und können viele Schüler der 4. bis 6. Klasse bestimmt begeistern.

    Download: Der Mond in Dichtung, Film und Malerei

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 Die Rechtschreibung nach Duden weicht in der Schweiz teilweise von den Regeln in Deutschland und Österreich ab.
Sie finden deshalb viele Lehrmittel zusätzlich als überarbeitete Version. Sie sind mit D/A bezeichnet.
 
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