Bergfink Schlichtkleid

Der etwa sperlingsgrosse Bergfink ähnelt seinem nahen Verwandten, dem Buchfinken, ist aber durch die orangefarbene Brust und Schulter leicht von ihm zu unterscheiden. Das Männchen ist im Winter (Schlichtkleid) oberseits dunkel gesprenkelt, der Kopf ist grau, der Schnabel gelb. Das Weibchen weist eine schlichtere Farbtönung auf. Bauch und Schwanzunterseite sind weiss. Auf dem Zug ist er oft mit Buchfinken vergesellschaftet, aber durch den weissen Bürzel (Gefiederpartie im Bereich Rücken/Oberseite Schwanzwurzel) im Flug gut von diesen zu unterscheiden.

Bergfink Weibchen

Der alte Name Nordfink ist eigentlich präziser als die heutige Bezeichnung Bergfink. Das Brutgebiet dieser Art erstreckt sich quer durch die boreale (nördliche) Waldzone von Südnorwegen bis zur Halbinsel Kamtschatka (Russland). Diese Waldzone besteht vor allem aus Nadel- und Birkenwäldern. Skandinavien beherbergt mit 2,5 bis 6,5 Millionen Brutpaaren fast den gesamten Bestand Europas.

Bergfink Prachtkleid

Den Winter verbringen die Bergfinken in West-, Mittel- und Südeuropa, das Winterquartier deckt sich mit der Verbreitung der Buche. Im Winter sind die Vögel wenig ortsgebunden, das Überwinterungsgebiet richtet sich nach der Verfügbarkeit der Samen von Buchenwäldern. In Abständen von ungefähr 4 - 6 Jahren produzieren Buchen besonders viele Samen, es kommt zu sogenannten Mastjahren. Für Bergfinken bedeuten Vollmastjahre ein aussergewöhnlich gutes Nahrungsangebot, denn im Winterhalbjahr ernähren sie sich hauptsächlich von Bucheckern (Buchnüsschen), die sie auf dem Waldboden finden. Auf abgeernteten Raps-, Mais- und Sonnenblumenfeldern schalten sie gerne eine Rast ein und bedienen sich auch an diesen Samen. An Futterhäuschen tauchen die ockerbraunen Gesellen in Buchenmastjahren viel häufiger auf als sonst.

Bergfinkenschwarm

Die Masseneinflüge der Bergfinken umfassen Schwärme von mehreren Tausend bis mehreren Millionen Vögel. Ein Naturschauspiel der Extraklasse bieten sie, wenn sie am Spätnachmittag nach der Nahrungssuche ihren Schlafplatz aufsuchen.

Zuerst erscheinen sie in kleinen Trupps oder Schwärmen, dann in Wellen und schliesslich in einem ununterbrochenen Strom. Dabei zeigen sie spektakuläre Flugmanöver über dem Schlafplatz und drehen Runden. Die Geräuschkulisse der Millionen Flügel ist imposant. Ab und zu legen die Bergfinken im Geäst der kahlen Bäume und Sträucher Zwischenhalte ein und lassen diese wie blühend erscheinen. Dabei geht es immer lauter zu und her. Das Gezwitscher auf den Bäumen tönt wie ein riesiger Wasserfall, wobei auch nachts nie vollständige Ruhe herrscht.

Bergfinken Flugmanoever

Übrigens: Das Schwarmverhalten schützt die Bergfinken vor Prädatoren (Fressfeinden). Zu diesen gehören vor allem der Sperber, Habicht, Wanderfalke, Mäusebussard, Waldkauz, aber auch Rotfuchs und Marder, welche die Bergfinken aktiv jagen, aber auch am Boden nach toten Vögeln suchen. Die Strategie der Bergfinken besteht darin, Feinde wie Greifvögel mit wilden Flugspielen und spektakulären Ausweichmanövern zu verwirren.

Der morgendliche Wegflug beginnt in der Dämmerung und konzentriert sich meist in einer einzigen, seltener in zwei Richtungen. Bald schliessen sich weitere Schwärme an, wodurch sich ein kontinuierlicher, kilometerlanger Strom bildet.

Zur Auflösung von Massenschlafplätzen kommt es oft nach ergiebigen Schneefällen, nach denen die Bergfinken die Bucheckern am Waldboden nicht mehr erreichen können oder wenn die Nahrungsressourcen im Umkreis eines Schlafplatzes aufgebraucht oder die täglichen Nahrungsflüge zu weite Distanzen in Anspruch nehmen. Vom Schlafplatz aus nutzen die Bergfinkenschwärme jeden Tag einen Nahrungsraum mit einem Radius von 20 bis 30, manchmal bis zu 40 Kilometern!

Die Sterblichkeitsrate bei Bergfinken liegt bei etwa 50 %. Eine besondere Begebenheit ereignete sich im Dezember 1999 in der Schweiz. Ein Schlafplatz wurde vom Orkan „Lothar“ getroffen, als er mehrere Millionen Vögel beherbergte. Am nächsten Morgen war der Boden unter dem Schlafplatz mit toten und verletzten Tieren übersät.

Im April kehren die Bergfinken nach Norden zurück. Das Männchen gründet ein Revier, danach kommt es zur Paarbildung. Das Weibchen baut in einer Astgabel ein Nest und brütet das Gelege von 5 - 7 Eiern aus. Nach 11 - 14 Tagen schlüpfen die Jungen und werden von beiden Eltern mit Insekten und Larven gefüttert.

Bergfinken Zwischenhalt

Wir Menschen warten wieder lange auf das nächste optische und akustische Schwarmspektakel, welches wir in diesem Ausmass sonst nur von Tierfilmen aus andern Kontinenten kennen.

 

Bergfink T

 

Die ausführliche Dokumentation zum heutigen Vogel des Monats für den Unterricht finden Sie hier: Bergfink

Die interessanten Informationen und die herrlichen Fotos sind von Beni und Edith Herzog. Herzlichen Dank.

 

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  • Geometrie Werkstatt 1 - 3. Klasse

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Sep 28, 2022 | 01:41 am

    Geometrie Werkstatt 1 - 3. Klasse


    Mit geometrischen Formen spielen, zeichnen, handeln, nachdenken und lernen: Werkstatt geometrische Formen beinhaltet Übungen zu Dreieck, Quadrat, Rechteck und Kreis. Das Heft bietet sich zur Einführung in das Thema Geomaterie oder auch zur Wiederholung des bereits Gelernten an.
    Als weiteres Werk gibt es die Werkstatt Polygone zu Dreieck, Quadrat, Rechteck, Rhombus, Trapez, Parallelogramm, Pentagon, Hexagon, Oktagon.

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  • Beschreibungen verfassen

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Sep 27, 2022 | 01:51 am

    Beschreibungen verfassen


    Die ersten Klassenarbeiten stehen an und da und dort wird schon fleißig an Beschreibungen von Personen, Tieren oder Orten geübt. Dabei ist dieses Heft eine wertvolle Anleitungen und mit den vielfältigen Vorschlägen dazu eine willkommene Hilfe. In Form von Karteiblättern stehen den Kindern Checklisten zur Verfügung, die eine bearbeitung der Aufgabe leichter machen.

    Download: Beschreibungen von Tieren, Personen, Orten

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  • Die Polizei - dein Freund und Helfer

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Sep 26, 2022 | 01:26 am

    Die Polizei - dein Freund und Helfer


    Bei uns findet einmal im Semester in allen Klassen mit der örtlichen Polizei die Verkehrserziehung statt. Themen wie das Verhalten im Straßenverkehr, die Bedeutung der Ampelfarben, die Zeichen des Verkehrspolizisten, die gesetzlichen Vorschriften beim Mitfahren von Kindern im Auto, das Fahren mit dem Fahrrad, Verkehrszeichen usw. werden besprochen.
    Gerade jetzt im Herbst, wo die Tage wieder kürzer und die Sicht bei schlechtem Wetter eingeschränkt ist, sollen die Kinder Bescheid wissen, mit welchen einfachen Mitteln man auch selbst zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr - egal ob Fußgänger oder Radfahrer - beitragen kann. All das wird auch im Heft zu Verkehr und Sicherheit aufgegriffen und Schritt für Schritt den Kindern näher gebracht und bewusst gemacht.

    Am vergangenen Samstag gab es in Wien eine Jubiläumsfeier der Polizei und man konnte sehr eindrucksvoll die verschiedenen Tätigkeitsbereiche hautnah erleben: Die Polizeihundestaffel wurde präsentiert, das Können der Polizei am Motorrad ließ staunen und vor allem die Vorführung der Spezialeinheit WEGA war grandios. Aber für die jüngsten und junggebliebenen Teilnehmer war das Highlight, dass man ganz viel selbst ausprobieren konnte. Schulkindern wurde auch das Projekt "Kinderpolizei" näher gebracht und sie konnten sich dazu einschreiben. Während der gesamten Veranstaltung war ganz viel Wohlwollen und Zuneigung den Kindern gegenüber zu sehen und zu spüren, gewürzt mit dem legendären "Wiener Schmäh" für uns Begleitpersonen. Eine wirklich sehr gelungene und publikumsnahe Vorführung. Bravo!

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  • Klassenmaskottchen Rabe Socke

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Sep 25, 2022 | 01:01 am

    Klassenmaskottchen Rabe Socke


    Eine liebe Kollegin von mir hat heuer zum letzten Mal in ihrer Laufbahn als Lehrerin mit einer 1. Klasse begonnen. Das Klassenmaskottchen ist der Rabe Socke. Nicht nur ein selbstgemaltes Bild von diesem liebenswürdigen Raben ziert die Klasse, sondern sie hat sich auch noch die Mühe gemacht, für jedes Kind in der Klasse einen Anhänger mit dem Raben Socke zu häkeln. Pro Raben hat sie 3 Stunden benötigt, bis er fertig war. Die Kinder hatten natürlich zum Schulstart eine große Freude damit. Hut ab für dieses tolle Anfangsgeschenk, liebe Britta!

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  • In der Kürze liegt die Würze

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Sep 23, 2022 | 01:52 am

    In der Kürze liegt die Würze


    Friedrich II und Voltaire pflegten über vier Jahrzehnte einen Briefwechsel, in dem sie sich über Philosophie, Politik, Geschichte, Ethik, Literatur und Persönliches austauschten.
    Man erzählt sich, dass im Jahr 1750 Voltair am Hof des Königs in Potsdam weilte und für mehr als zwei Jahre blieb. Während dieses Aufenthaltes vertieften sie ihre Gespräche, wetteiferten aber auch miteinander.
    Dabei forderte Voltaire eines Tages den König heraus, wer von ihnen beiden den kürzesten Brief schreiben könne. Als Bedingung wurde festgelegt, dass es sich um vollständige Worte und einen unmissverständlichen Inhalt handeln müsse. Friedrich II nahm diese Herausforderung nur zu gerne an.
    Voltaire bediente sich der präzisen und nüchternen lateinische Sprache, die damals jedem Gebildeten zu eigen war und schrieb an den König: „eo rus ". Sehr kurz und prägnant zwei Worte aus insgesamt lediglich fünf Buchstaben, die auf Deutsch bedeuten: „Ich gehe aufs Land".
    Umgehend und selbstbewusst antwortete der König: „i !", was kurz und knapp heißt: „Geh!"

    Bild: yesxcom

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  • Gefährdung unserer heimischen Singvögel

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Sep 22, 2022 | 01:23 am

    Gefährdung unserer heimischen Singvögel


    Aufmerksamen Vogelbeobachtern bleibt es nicht verborgen, dass der Bestand der heimischen Singvögel im Schwinden begriffen ist. Und diese Sorge besteht zu Recht, denn viele Nistkästen sind leer geblieben und besonders Meisen oder Rotkehlchen seien deutlich seltener anzutreffen als noch in den Vorjahren. Dieser Schwund an Singvögeln ist leider in ganz Mitteleuropa zu beobachten oder vielmehr zu hören, denn das gewohnte Zwitschern ist kaum mehr vernehmbar. Als hauptsächlicher Grund dafür ist der Verlust von Lebensraum und Nahrung zu sehen, denn die industrialisierte Landwirtschaft verwandelt die vielfältigen Landschaften in Agrarflächen und spritzt dabei die Insekten tot, die Vögel zum Leben und auch für die Aufzucht der Jungtiere brauchen.

    Im Bild sieht man einen Wiedehopf, der ebenso zu den gefährdeten Vogelarten zählt. Ich hatte das Glück, diesen Vogel in meiner Kindheit oft zu sehen und seine Schönheit begeistert mich heute noch immer. Es wäre schade, wenn es ihn nicht mehr geben würde.

    Hier kann man 35 heimische Vögel nicht nur hören, sondern sie auch beim Zwitschern beobachten:

    Bild: Barbeeanne

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  • Umfrage des Tages im Monat Oktober

    Lehrmittelperlen.net | Hauptseite Sep 21, 2022 | 02:25 am

    Umfrage des Tages im Monat Oktober


    Für jeden Schultag gibt es im Monat Oktober wiederum eine Frage, die die Kinder mit „ja“ oder mit „nein“ beantworten können.

    Sie tragen ihren Namen in die Ja- oder Nein-Spalte ein und am nächsten Tag wird das Ergebnis besprochen, bevor die nächste Frage des Tages vorgestellt wird.
    Interessant ist es auch, die Kinder das Ergebnis im Voraus abschätzen zu lassen.

    Die letzte Seite ist leer, so dass sie allenfalls durch die Lehrperson mit einer schulaktuellen Frage ergänzt werden kann.

    Die Fragen passen für Kinder der 1./2. Klasse, die auf diese Art das Wesen von Umfragen erleben und lernen, Informationen zu vergleichen sowie Zusammenhänge herzustellen. Nach einiger Zeit können erste Balkendiagramme erstellt werden.

    Download: Umfrage des Monats Oktober

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 Die Rechtschreibung nach Duden weicht in der Schweiz teilweise von den Regeln in Deutschland und Österreich ab.
Sie finden deshalb viele Lehrmittel zusätzlich als überarbeitete Version. Sie sind mit D/A bezeichnet.
 
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