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Rechtschreibung

Die Rechtschreibung nach Duden weicht in der Schweiz teilweise von den Regeln in Deutschland und Österreich ab. Sie finden deshalb viele Lehrmittel zusätzlich als überarbeitete Versionen. Sie sind mit D/A bezeichnet.  


Stockente Titelbild

Die Stockente ist für viele die wohl bekannteste Wildente. Da sie auf allen möglichen Gewässern anzutreffen ist – selbst in Dörfern und Städten – können die meisten Kinder Männchen und Weibchen unterscheiden.

Der gesellige Vogel ist die grösste und häufigste Ente Europas und sehr anpassungsfähig, zeigt vor dem Menschen oft wenig Scheu und lässt sich auch von ihnen füttern. Das Brutgebiet der Stockente erstreckt sich von Europa über Asien bis nach Nordamerika, isolierte Brutvorkommen gibt es in Nordafrika. In Australien und Neuseeland wurde die Stockente eingebürgert (eingeführt).

Stockente Prachtkleid

Wie kam die Stockente zu ihrem Namen? Er kann als Hinweis auf den Brutplatz verstanden werden, da die Ente auch auf Bäumen brütet, und zwar auf Kopfweiden (= Bäume, „die man auf den Stock schneidet“). Dieser Brutort bildet zwar eher die grosse Ausnahme, hat aber die Menschen sehr beeindruckt. Lange war der gebräuchlichste Name „Wildente“, noch heute wird dieser Name in der Jägersprache und in der Gastronomie verwendet. Bestellt man im Restaurant ein Wildentengericht, wird in der Regel Stockente zubereitet. Für Ornithologen (Vogelkundler) war dieser Name unbrauchbar, da er diese Entenart nicht von allen übrigen wilden Enten unterscheidet.

Der zweite Teil des wissenschaftlichen Namens ist aus dem Griechischen abgeleitet: platyrhynchos = „Breitschnabel“.

Stockente fliegend Prachtkleid

Die männliche Stockente, die man auch als Erpel bezeichnet, hat im Prachtkleid einen schillernd grünen Kopf, einen weissen Halsring und eine braune Brust, der Schnabel ist gelb. Auffällig ist die Erpellocke, dies sind dunkle Schwanzfedern, die stark nach oben gekrümmt sind, als wären sie aufgerollt.

Stockente Weibchen

Das Stockentenweibchen ist unauffällig braun gefleckt, der Schnabel orange mit dunkelgrauer Fleckung. So ist es während des Brütens optimal getarnt und für Feinde nicht leicht zu entdecken. Im Flug ist bei Männchen und Weibchen deutlich der metallisch blaue, weiss eingerahmte Flügelspiegel (=Federfeld am inneren Hinterflügel) erkennbar.

Im Juli und August trägt das Stockentenmännchen sein Schlichtkleid, in dieser Zeit sieht es dem Weibchen zum Verwechseln ähnlich und ist nur anhand des deutlich gelben Schnabels von diesem zu unterscheiden. Während der Mauser (=Gefiederwechsel) sind Stockentendrei bis vier Wochen lang flugunfähig und halten sich versteckt am Rand von Gewässern auf. Im Spätherbst zeigt sich der Erpel wieder im schönsten Prachtkleid.

Stockente fliegend Schlichtkleid

Stockenten sind sogenannte Schwimm- oder Gründelenten. Sie schwimmen relativ hochliegend im Wasser, Nahrung suchen sie gründelnd in flachem Wasser. Beim Gründeln wird der Kopf ins Wasser getaucht und das Hinterteil senkrecht in die Höhe gestreckt. Man könnte meinen, eine solche Ente müsste hintenüber kippen, was natürlich nicht der Fall ist, da sie stets mit den Füssen paddelt.

Der Speisezettel von Stockenten ist sehr abwechslungsreich, sie fressen Pflanzen, Samen, Insekten, Laich, Kaulquappen, kleine Fische und Krebse, Würmer und Schnecken. An Futterstellen fressen sie natürlich auch Brotstückchen, die vor allem Kinder gerne an sie verfüttern. Dabei ist darauf zu achten, dass das Brot nicht verschimmelt ist. Die Vögel suchen aber auch Nahrung auf Rasen, Wiesen und Feldern.

Stockente Schnabelspitze

 

An der Schnabelspitze sitzt der sogenannte „Nagel“, der beim Abreissen von Pflanzen sehr hilfreich ist. Während der Brut- und Jungenaufzucht fressen Alt- und Jungvögel vorwiegend tierische Beute.

 

Stockenten leben an Gewässern aller Art, sie besiedeln Seen, Flüsse, Teiche, Weiher, Meeresküsten und kleine Wassergräben und Wasserkanäle, selbst Schwimmbecken und Gartenteiche kommen vorübergehend als „Wohnort“ in Frage. Sie gehören zu den Kulturfolgern, leben also auch nahe bei den Menschen, beispielsweise in Städten, wo sie sich gerne in Weihern und Teichen in Parks niederlassen.

Stockente Weibchen Bad

Bei Gefahr oder Überraschung steigen Stockenten fast senkrecht und mit grosser Beschleunigung auf. Dies ganz im Gegensatz zu Tauchenten wie Reiher- oder Tafelenten, die zuerst über das Wasser „rennen“, bevor sie abheben. Das „Rennen“ über Wasser vor dem Abflug kennen wir ja auch vom Blässhuhn. Die Flügelschläge von Stockenten sind weniger schnell als bei den meisten Entenarten, erzeugen aber ein pfeifendes Fluggeräusch. Stimmliche Lautäusserungen kennen wir vor allem von den Weibchen, sie quaken ziemlich laut, während die Stimme der Männchen sehr verhalten ist.

Die Balzzeit und Verpaarung beginnt bereits im Herbst. Dabei kann es unter den sonst recht geselligen Vögeln heftige Auseinandersetzungen zwischen den Männchen und regelrechte Verfolgungsjagden auf Weibchen geben. Die Paarbildung ist bis im Februar abgeschlossen. Oft finden die gleichen Partner wie im Vorjahr zusammen.

Stockente Balz Streit

Beim Neststandort zeigen Stockenten viel Fantasie: versteckt im Schilf oder in hohem Gras, unter Büschen und Hecken, im Wald, zwischen Blocksteinen am Ufer, in Blumenkisten auf Balkonen, aber auch in alten Nestern von Schwarzmilan oder Elster. Das Weibchen polstert die Nestmulde mit trockenen Halmen, Blättern und Daunen aus. Ab ungefähr Mitte März erfolgt die Eiablage, das Gelege umfasst 6 bis 15 Eier, die im Abstand von je einem Tag gelegt werden. Die Entenmutter bebrütet die Eier erst nach Ablage des letzten Eies. So schlüpfen die Küken nach rund vier Wochen synchron, also praktisch zum gleichen Zeitpunkt. Bereits bevor die Entenküken schlüpfen, nehmen sie den Kontaktruf ihrer Mutter wahr. Stockenten sind Nestflüchter und nach dem Schlüpfen schon weit entwickelt. Sie verlassen mit ihrer Mutter das Nest nach rund 6 bis 12 Stunden und können schwimmen. Sie folgen ihrer Mutter überallhin. Die Kontaktrufe sind sehr wichtig, geht ein Entenküken „verloren“, piepst es lautstark. Nach 50 bis 60 Tagen sind die jungen Enten selbstständig. Übrigens beteiligt sich der Entenvater nicht an der Jungenaufzucht, mit Beginn der Brut verlässt er das Weibchen.

Stockente Kueken

Junge Stockenten sind vielen Gefahren und Feinden ausgesetzt, an Land wie im Wasser. Dazu zählt beispielsweise der Fuchs, Beutegreifer wie Habicht und Rabenvögel, im Wasser Raubfische wie Hecht und Wels. Hat ein Stockentenweibchen ein Balkonkistchen an einem Hochhaus als Brutplatz gewählt, benötigt es allerdings menschliche Hilfe, um an das nächste Gewässer zu kommen. Auch beim Überqueren von stark befahrenen Strassen ergeben sich für Entenfamilien Probleme. Da kommt es schon mal vor, dass die Polizei sie zu ihrem Schutz „eskortiert“.

Stockenten, die in Nord- und Osteuropa brüten, sind in der Regel Zugvögel, die ab Oktober nach Mittel-, West-oder Südeuropa fliegen, um dort den Winter zu verbringen.

Natürlich ist es immer wieder ein schönes Erlebnis, eine Entenmutter mit einer grossen Anzahl Küken „im Schlepptau“ beobachten zu können, auch wenn es dann von Tag zu Tag weniger werden…, das gehört zum Kreislauf der Natur.
Mit etwas Glück können Stockenten ein Alter von 10 bis 15 Jahren erreichen.

Stockente T

 

Die ausführliche Dokumentation zum heutigen Vogel des Monats für den Unterricht können Sie hier kostenlos herunterladen: Stockente

Ich danke Edith und Beni Herzog herzlich für die interessanten Informationen und die wunderbaren Fotos. Auf ihrer Webseite benifotos.ch sind die Bilder grösser und noch prächtiger zu sehen.


Zielgruppe: 3. - 6. Klasse
Bezug Lehrplan 21: NMG 2.1 NMG 2.3 NMG 2.4 NMG.2.6

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    VanGogh-starry night

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    Download: Karteikarten Vincent van Gogh

    Zielgruppe: 3.-5. Klasse
    Bezug Lehrplan21: BG.3.A.1
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    Überfachliche Kompetenzen
    Soziale Kompetenzen: Dialog- und Kooperationsfähigkeit: Sich mit Menschen austauschen, zusammenarbeiten.
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