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Eichelhaeher Titelbild

Unschwer zu erraten, was für Leckerbissen dieser Vogel am liebsten frisst! Im Herbst und Winter ist er Vegetarier, allerlei Samen, Beeren und Früchte stehen auf dem Speiseplan des Eichelhähers. Findet er nicht genügend Eicheln, Bucheckern, Haselnüsse und Kastanien, weicht er auf Ackerfrüchte aus. Da heute grossflächig Mais angebaut wird, hat er sich in Form von Maiskörnern eine neue Nahrungsquelle erschlossen.

Eichelhaeher Farben

Der Eichelhäher ist ein Singvogel aus der Familie der Rabenvögel. Er ist prächtig gefärbt, besonders auffällig sind seine schillernden blau-schwarz gebänderten Federchen am Flügelbug. Markant ist sein schwarzer Bartstreif, sein Körpergefieder ist rötlichbraun. Stirn und Scheitel sind schwarz gestrichelt, Flügel und Schwanz schwarz. Im Flug kontrastiert der weisse Bürzel zur schwarzbraunen Färbung der Steuerfedern (Schwanzfedern). Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt.

Eichelhaeher Laub

Die rätschenden Rufe – Alarmrufe – verraten seine Anwesenheit und machen nicht nur Artgenossen, sondern auch andere Vögel auf Gefahren aufmerksam. Der Eichelhäher imitiert Stimmen hervorragend, auf die täuschend echte Imitation des Rufs des Mäusebussards ist schon mancher Ornithologe hereingefallen.

Eichelhaeher Geaest

Der Eichelhäher liebt Laub- und Mischwälder, bewohnt aber auch waldähnliche Gebiete in Siedlungsnähe, etwa Parks, Obstgärten oder alte Friedhöfe. Während der Brutzeit ist er sehr unauffällig. Ausserhalb der Brutzeit sieht man ihn oft in kleinen, zerstreuten Trupps auf Nahrungssuche. Im Geäst von Bäumen und Büschen hüpft der Rabenvogel mit langen, kräftigen Sätzen. Sucht er am Boden nach Fressbarem, hüpft er relativ schwerfällig.

Der bunte Rabenvogel lebt während der Brutzeit mit einer einzigen Partnerin zusammen. Manchmal bleiben die beiden auch über längere Zeit ein Paar.

Das Nest baut das Paar meistens in einer Höhe von 3 bis 8 m, ausnahmsweise kann es 30 m über dem Boden sein. Gerne brütet der Eichelhäher in Fichten und Tannendickichten, um Prädatoren wie Habicht und Sperbern den Zugang zu erschweren. Gelegentlich übernimmt er alte Nester von der Elster oder vom Mäusebussard.

Eichelhaeher Herbst Vegetarier

Im Mai, wenn das fertig entwickelte Laubdach im dichten Geäst sein Nest praktisch unsichtbar macht, beginnt der Eichelhäher mit der Eiablage. In dieser Zeit besteht die Gefahr, dass Eichhörnchen, Bilche*, Elstern oder andere Eichelhäher das Nest plündern. Ein Gelege umfasst 3 bis 6 Eier.

Die Nestlingszeit – also die Zeit vom Schlüpfen bis zum Ausfliegen – beträgt 20 bis 22 Tage. Nach Verlassen des Nestes werden die Jungvögel noch 3 bis 4 Wochen von den Eltern weitergefüttert. Pflanzliche Nahrung ist in dieser Zeit nicht gefragt. Im Frühling und Sommer steht tierische Nahrung auf dem Speiseplan: Raupen, Käfer, Engerlinge, Heuschrecken, auch kleine Reptilien und Mäuse. Es kommt vor, dass der Eichelhäher Eier, Nestlinge und gerade flügge gewordene Kleinvögel oder kranke und verletzte Altvögel bis zu Drosselgrösse erbeutet, dieser Anteil an Nahrung ist aber eher gering.

Das ganze Jahr über legt der Eichelhäher Depots aus überschüssiger Nahrung an, vor allem ab August, wenn die Samen reifen. Dies kann man bis im Frühwinter beobachten. Legendär sind dann die Flüge mit einer Eichel im Schnabel.

Eichelhaeher Flug mit Eichel

Aber weit gefehlt, nicht immer transportiert er nur eine einzelne Eichel. Bei seinen Sammelflügen befinden sich 5 bis 7, manchmal bis zu 10 (!) Eicheln im Kehlsack.

Eichelhaeher Flug mit Eicheln Kehlsack

Die letzte Eichel hält er dann noch im Schnabel. Beim Beobachten seines Fluges entsteht der Eindruck, dass er leicht unbeholfen fliegt; dies rührt daher, dass seine Flügelschläge etwas unregelmässig sind.

Der Vogel versteckt seine Beute in Spalten und Ritzen im Boden. Mit Schnabelhieben werden Eicheln, Bucheckern oder Haselnüsse hineingetrieben und grob zugedeckt. Er merkt sich die Stellen und orientiert sich beim Wiederauffinden der Vorräte an den Gegebenheiten der Landschaft. Auch unter einer Schneedecke findet er die versteckten Kostbarkeiten. Laut Untersuchungen in Sachsen-Anhalt (D) kann ein Eichelhäher innerhalb von 20 Tagen bis 2200 Eicheln verstecken, das ergibt einen Vorrat von 11 kg!

Da er nicht alle Depots nutzt, trägt er wesentlich zur Verbreitung der Eichen bei. Eichen sind wertvolle Bäume, da sie eine ungewöhnliche Vielfalt von Insekten beherbergen, die wiederum vielen Vögeln als wichtige Nahrungsquelle dienen.

Das Verbreitungsgebiet des Eichelhähers erstreckt sich von Europa über Teile Nordafrikas und des Nahen Ostens sowie in einem breiten Gürtel durch Asien und dort südwärts bis nach Indochina. Die Zeichnung der Vögel variiert je nach geografischer Lage. Unsere einheimischen Brutvögel sind mehrheitlich Standvögel. In einzelnen Jahren kommt es bei uns im Herbst zu Invasionen nord- und osteuropäischer Eichelhäher.

Der Eichelhäher ist nicht gefährdet. Wie andere Rabenvögel wird er gebietsweise stark verfolgt. In der Schweiz ist er in vielen Kantonen jagdbar. Diese Verfolgung ist ökologisch nicht zu rechtfertigen, da er sich hauptsächlich von Eicheln, Haselnüssen, Bucheckern und Kastanien ernährt und somit für das Ökosystem Wald eine wichtige Rolle spielt.

 

Eichelhaeher T

 

Die ausführliche Dokumentation zum heutigen Vogel des Monats für den Unterricht finden Sie hier: der Eichelhäher

Ich danke Edith und Beni Herzog herzlich für die interessanten Informationen und die wunderbaren Fotos. Auf ihrer Webseite benifotos.ch sind die Bilder grösser und noch prächtiger zu sehen.

 

 

Zielgruppe: 3. - 6. Klasse
Bezug Lehrplan 21: NMG 2.1    NMG 2.3    NMG 2.4    NMG.2.6

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