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Kranich Altvogel voraus

Jetzt im Spätherbst ziehen die Kraniche. Oft kann man ihr Trompeten, das wie „grru-grii“ klingt, hören bevor man sie sieht. Daher kommt auch ihr wissenschaftlicher Name Grus grus.

In vielen Ländern wird der Kranich als Vogel des Glücks bezeichnet, in China ist er das Symbol für ein langes Leben und Weisheit. Im Königreich Bhutan hat er auch eine religiöse Bedeutung. Wenn dort der Schwarzhalskranich von Tibet zum Überwintern nach Bhutan kommt, tanzen die als Kraniche verkleideten Mönche des grössten Klosters einen ganz besonderen Tanz, der die Vögel willkommen heissen soll.

Seit frühester Zeit ziehen die elegante Schönheit und die spektakulären Balztänze dieser Vögel die Menschen in ihren Bann.

 Kranich stattlich

Kraniche sind stattliche Vögel von beeindruckender Grösse und einer Flügelspannweite bis 2.20 Meter. Sie erreichen ein Gewicht bis zu 7 Kilogramm und sind ausgezeichnete Flieger. Die Geschwindigkeit kann 45 bis 65 km pro Stunde betragen.

Unsere europäischen Kraniche haben ein graues Gefieder, schwarze Handschwingen (äusserer Bereich der Flügel) und Kehle, der Kopf ist schwarz-weiss, die Kopfplatte rot, die Augen sind rot.

Auf dem Weg in ihre Überwinterungsgebiete und zurück fliegen die Kraniche in grösseren oder kleineren Trupps. Um Energie zu sparen, fliegen sie in einer Kette oder V-Form. Der Vogel an der Spitze wird regelmässig abgelöst, da es anstrengend ist, ganz vorne zu fliegen, während die anderen sich im Windschatten ausruhen können.

Kranich Formation

Schon im Februar kehren die Kraniche in ihre Brutgebiete in Skandinavien zurück. Mit den berühmten Tänzen beginnen sie bereits auf dem Rückzug. Das Männchen macht den Anfang, stolziert um das Weibchen herum und verbeugt sich vor seiner Auserwählten. Das Paar neigt gemeinsam den Kopf nach hinten und trompetet laut. Das Männchen springt mit weit ausgebreiteten Flügeln in die Luft, dann beginnt auch das Weibchen zu tanzen. Irgendwann bleibt das Weibchen stehen, senkt seinen Kopf und breitet die Flügel aus. Das Männchen springt auf seinen Rücken und es kommt zur Paarung. Danach springt das Männchen über das nach vorne geneigte Weibchen ab. Trompeten und synchrones Putzen beenden den Akt. Kraniche bleiben einander ein Leben lang treu.

Kranich Familie

Ihr Nest bauen sie aus Pflanzenmaterial gut geschützt in flachem Wasser. Ende März/Anfang April legt das Weibchen 2 Eier. Die Küken schlüpfen nach ungefähr 30 Tagen. Ihr Gefieder ist rotbraun und nach einem Tag sind sie in der Lage zu schwimmen und zu laufen. Jungvögel sind nach 10 Wochen flugfähig, ihr Gefieder ähnelt jenem der Eltern, es fehlen aber die schwarz-weisse Kopfzeichnung und die rote Kopfplatte.

Kranich jung

Ende der 1970er-Jahre galt der Kranich in Deutschland als stark gefährdet. Sein Lebensraum - Feuchtwiesen, Bruchwälder, Hoch- und Flachmoore - ging durch Entwässerung stark zurück. Durch intensive Schutzmassnahmen konnte sich der Bestand wieder erholen. In Deutschland gibt es inzwischen wieder mehr als 8000 Brutpaare. Auf dem Zug von Skandinavien in den Süden können sich an der Ostsee bis zu 70‘000 Vögel auf den Rastplätzen einfinden. Durch Ablenkungsfütterungen versucht man, Konflikte mit Menschen zu vermeiden. Als Folge dieser Bestandserholung kann in der Schweiz der Kranich auf dem Zug wieder häufiger beobachtet werden als in den Achtzigerjahren.


Kranich T

Die ausführliche Dokumentation zum heutigen Vogel des Monats für den Unterricht finden Sie hier: Kranich

Die interessanten Informationen und die herrlichen Fotos sind von Beni und Edith Herzog. Herzlichen Dank.

 

 

 

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    Quelle: Qumran2
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